HWS-Syndrom
Beim chronischen Halswirbelsäulen-Syndrom (HWS-Syndrom) treten anhaltende Beschwerden und Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule auf. Typische Symptome sind Nacken- und Schulterschmerzen, Verspannungen und Bewegungseinschränkungen. Zudem gehen mit dem HWS-Syndrom häufig weitere Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Kribbeln in Armen und Händen, Sehstörungen und Ohrgeräusche (Tinnitus) einher.
Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Muskelverspannungen, Wirbelblockaden und Fehlhaltungen, Verschleißerscheinungen über Bandscheibenverschleiß bis hin zu chronischen Belastungen bei verschiedenen Berufen (z. B. Altenpflege). Ebenso können Unfälle und Verletzungen (z. B. Schleudertrauma) ursächlich sein. Oftmals werden die Beschwerden durch psychische Belastungen und Stress verstärkt.
Häufigkeit des HWS-Syndroms
In Deutschland kommt das HWS-Syndrom relativ häufig vor. Schätzungsweise leiden 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung an Nacken- und Halswirbelsäulenbeschwerden. Besonders häufig sind Menschen zwischen 30 und 60 Jahren betroffen. Insbesondere Berufsgruppen, die überwiegend am Schreibtisch sitzen, Altenpfleger oder Kraftfahrer haben ein erhöhtes Risiko. Zudem steigt mit dem zunehmenden Alter das Risiko.
HWS-Syndrom: Diagnose und Behandlung
Zur Diagnosestellung wird der Arzt zunächst die Krankengeschichte und die Symptome abfragen (Anamnese). Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der unter anderem die Beweglichkeit der Halswirbelsäule, Schmerzpunkte und neurologische Auffälligkeiten wie Taubheitsgefühle oder Reflexstörungen geprüft werden. Ergänzend können auch bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT eingesetzt werden, um strukturelle Veränderungen wie Bandscheibenschäden oder Arthrose zu erkennen. Sollte der Verdacht auf Nervenschäden bestehen, werden meist elektrophysiologische Tests wie eine Elektromyografie (EMG) durchgeführt.
In der Regel besteht die Behandlung aus Physiotherapie, Schmerztherapie, Entspannungsübungen und in schweren Fällen auch Medikamente oder operative Maßnahmen. Oftmals ist ein ganzheitlicher Ansatz aus Bewegung, Haltungsschulung und Entspannung der Schlüssel zu langfristiger Linderung.
HWS-Syndrom: Alternative Behandlungsmethoden
Alternative Methoden, wie zum Beispiel Akupunktur, Chiropraktik oder Osteopathie, können neben den medikamentösen und physiotherapeutischen Behandlungen oftmals unterstützend helfen. Ebenso können gezielte Übungen die Halswirbelsäule stärken sowie die Beweglichkeit fördern, beispielsweise mithilfe von speziellen Yoga- oder Pilates-Übungen.
Sollte in Erwägung gezogen werden, pflanzliche Präparate gegen die Beschwerden einzunehmen, sollte dies nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen.