Produkte mit CBD: Nebenwirkungen können auftreten

CBD-Nebenwirkungen

Cannabidiol (CBD) ist ein Naturprodukt, weil es ein Phytocannabinoid aus der Hanfpflanze ist. Das bedeutet aber nicht, dass keine Nebenwirkungen nach der Einnahme auftreten können. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel Vitamin-Präparate oder pflanzliche Mittel können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen verursachen. Da ist ein CBD-Produkt keine Ausnahme.

Wie sicher ist CBD (Cannabidiol)?

Der Sachverständigenausschuss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) führte im Dezember 2017 aus, dass CBD „kein Missbrauchspotenzial zu haben scheint und keinen Schaden verursacht“ sowie ein gutes Sicherheitsprofil aufweist. Weiter heißt es, dass in Tierstudien und kontrollierten Studien am Menschen keine körperliche Abhängigkeit von CBD festgestellt wurde.[1]

Wirkungsweise von Cannabinoiden

Die Cannabinoide wie Cannabidiol (CBD) oder Tetrahydrocannabinol (THC) aus der Cannabis-Pflanze interagieren mit dem Endocannabinoid-System (ECS), das Teil des menschlichen Nervensystems ist. Es besteht aus den Cannabinoid-Rezeptoren 1 (CB1) und 2 (CB2), Endocannabinoiden sowie Enzymen, die für die Synthese und den Abbau der Endocannabinoide zuständig sind.

Das berauschend wirkende Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC) ist ein gutes Beispiel dafür, dass Menschen unterschiedlich auf Cannabinoide reagieren. Im Gegensatz zu THC löst CBD zwar keinen Rausch aus, dennoch wirkt es nicht bei jedem Menschen gleich. Bei dem einen reicht die Einnahme einer geringen Dosis aus, um die erwünschten Effekte zu erhalten. Wiederum andere spüren selbst nach einer hohen Dosis keine Wirkung.

Genauso verhält es sich auch mit den Nebenwirkungen. Grundsätzlich besteht immer das Risiko für unerwünschte Wirkungen. Das Gleiche gilt für Wechselwirkungen zwischen CBD und Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlichen Präparaten.

Studien zu den Nebenwirkungen von CBD

In einer Untersuchung zu den Nebenwirkungen von CBD heißt es, dass eine hohe Dosierung von CBD mit bis zu 1.500 Milligramm CBD pro Tag Berichten zufolge eine gute Verträglichkeit besitzt. Jedoch wird auf mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten hingewiesen.[2]

Die Mehrzahl der Untersuchungen wurde zur antiepileptischen Wirkung von CBD bei schweren und seltenen Formen der Epilepsie (Dravet-Syndrom und Lennox-Gastaut-Syndrom) durchgeführt. Nach der Einnahme von CBD-Arzneimitteln berichteten Patienten über Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Appetit-/Gewichtsveränderungen. Im Vergleich zu anderen medizinischen Präparaten, die zur Therapie dieser Erkrankungen eingesetzt werden, hatte CBD jedoch ein besseres Nebenwirkungsprofil.[3]

Darüber hinaus deuten Untersuchungen darauf hin, dass CBD den Augeninnendruck erhöhen kann. Aus diesem Grund sollten Glaukom-Patienten auf die Einnahme von CBD verzichten.[4]

CBD und die Wirkung auf die Leberfunktion

Einige Arzneimittel, wie beispielsweise Paracetamol (Schmerzmittel), können Leberschäden verursachen. Deshalb hat sich die Forschung auch damit beschäftigt, welchen Einfluss CBD auf die Leberfunktion hat. Bislang gibt es hierzu jedoch noch nicht allzu viele Untersuchungen.

Im Jahr 2006 fanden Forscher heraus, dass sich in einer gesunden Leber weniger Cannabinoid-Rezeptoren nachweisen lassen, als in einem erkrankten Organ. Es wäre also möglich, dass CBD auf eine erkrankte Leber stärker wirken könnte – sowohl im Positiven als auch im Negativen. Hierzu wird auch oftmals eine Untersuchung aus dem Jahr 2019 zitiert. Mäusen wurde zehn Tage lang das CBD-Arzneimittel Epidiolex in sehr hohen Dosen (bis zu 2.460 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht) verabreicht, was schon als Überdosis bezeichnet werden könnte. Bei den Tieren zeigten sich schlechte Leberwerte sowie eine deutliche Schädigung des Organs.[5, 6]

Leider gibt es aktuell keine zufriedenstellende Antwort auf die Frage, ob CBD tatsächlich das Organ schädigen kann. Vorsichtshalber sollten jedoch Menschen mit Lebererkrankungen auf die Anwendung von CBD verzichten oder zumindest vorab mit ihrem Arzt sprechen.

CBD und die Wirkung auf den Blutdruck

In Bezug auf die Wirkung von Cannabidiol auf das Herz-Kreislauf-System ist die Forschung noch nicht weit fortgeschritten. Interessant ist hier eine Untersuchung, die wichtige Informationen liefert: Neun gesunde Personen erhielten eine CBD-Dosis von 600 Milligramm oder ein Placebo (Scheinmedikament). Nach der Einnahme war bei denjenigen, die CBD erhielten, im Ruhezustand und bei Stress ein Blutdruckabfall zu beobachten. Die Herzfrequenz erhöhte sich jedoch. Auch in einer weiteren Studie war nachweisbar, dass CBD eine blutdrucksenkende Wirkung unter Stressbedingungen haben könnte.[7, 8]

Dementsprechend ist es nachvollziehbar, dass nach der Einnahme von CBD ein niedriger Blutdruck, Müdigkeit sowie eine gewisse Schläfrigkeit bemerkt werden können.

Ausführliche Informationen zum Thema CBD gegen Bluthochdruck gibt es in diesem Artikel.

Nebenwirkungen von frei käuflichen CBD-Produkten

In den zuvor genannten Studien und Untersuchungen kamen CBD-Extrakte in pharmazeutischer Qualität oder CBD-Medikamente in hohen Dosierungen zum Einsatz. Diese unterscheiden sich von einem frei käuflichen CBD-Produkt wie CBD-Öl in vielerlei Hinsicht, worauf wir in diesem Artikel eingehen.

Eine hohe Dosierung wie in den Studien ist im Grunde mit einem frei käuflichen CBD-Produkt nicht erreichbar. Dennoch sind Nebenwirkungen möglich. Denn wie schon oben im Artikel erklärt, reagiert jeder Körper anders auf CBD.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Bei der Einnahme von Cannabidiol werden die Nebenwirkungen genannt, die aus Studien bekannt sind. Zudem haben sich mit der Zeit unerwünschte Beschwerden aus Erfahrungen von Anwendern herauskristallisiert:

  • Mundtrockenheit
  • Müdigkeit
  • niedriger Blutdruck
  • Appetitverlust
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Magen-Darm-Probleme

Sollten die unerwünschten Wirkungen besonders stark ausfallen, sollte Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. Das Gleiche gilt, wenn ungewöhnliche Symptome bemerkt werden. Bei der regelmäßigen Medikamenteneinnahme sollte ebenfalls mit einem Arzt über potenzielle Wechselwirkungen gesprochen werden.

Langfristige Einnahme von CBD

Treten Nebenwirkungen nach der Einnahme von einem CBD-Präparat auf, so fallen diese in der Regel schwach aus und lassen nach wenigen Stunden nach. Über die Wirkung auf den Körper, wenn die Einnahme von CBD regelmäßig und dauerhaft erfolgt, gibt es keine genauen wissenschaftlichen Erkenntnisse bzw. keine Langzeitstudien.

Hinweise liefert eine Untersuchung, in der die langfristige Sicherheit von dem Medikament Sativex untersucht wurde, das die Cannabinoide THC und CBD enthält. Die teilnehmenden Patienten litten unter chronischen Schmerzen im Rahmen einer fortgeschrittenen Krebserkrankung und konnten Sativex bei Bedarf anwenden. Dabei waren keine starken Nebenwirkungen bei der langfristigen Einnahme zu beobachten. Es ergaben sich auch keine neuen Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit der längeren Einnahme des Medikamentes.[9]

Frei käufliche CBD-Präparate sollten vorsichtshalber dennoch nicht dauerhaft eingenommen werden, da eben zu wenig über die langfristigen Auswirkungen bekannt ist.

CBD-Produkte in der Schwangerschaft

Welche Auswirkungen der Wirkstoff Cannabidiol (CBD) auf eine Schwangerschaft hat, gehört zwar nicht in den Bereich Nebenwirkungen, dennoch möchten wir an dieser Stelle erwähnen, dass Schwangere sowie Stillende unbedingt auf die Einnahme verzichten sollten.

Untersuchungen zufolge ist CBD in der Lage, die Funktion unterschiedlicher Proteine zu beeinflussen, die wiederum bei der normalen Funktion der Plazenta eine bedeutende Rolle spielen. Aus diesem Grund sollten Schwangere auf keinen Fall das Risiko eingehen und das Leben ihres ungeborenen Kindes nicht gefährden.[10]

Zusammenfassung zu den Nebenwirkungen von Cannabidiol

Die Cannabinoide aus der Cannabis-Pflanze wie CBD und THC binden an die CB1- und CB2-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems, das zum Nervensystem gehört und eine Art Regulationssystem für verschiedene Prozesse im Körper ist. Dementsprechend können sie eine Vielzahl an unterschiedlichen Wirkungen auslösen. Obwohl CBD grundsätzlich als sicher gilt, sind Nebenwirkungen möglich, vor allem in hohen Dosen. Beobachtet wurden unter anderem Müdigkeit, Schläfrigkeit, Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Blutdruckabfall sowie eine Verminderung des Appetits.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass CBD in Kombination mit Medikamenten Wechselwirkungen auslösen kann. Infolge dessen kann die Wirksamkeit von medizinischen Präparaten vermindert oder verstärkt werden.

Informationen zu den Nebenwirkungen von Cannabis bietet dieser Artikel.

Die Inhalte dieses Artikels sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und stellen weder eine Beratung noch eine Anwendungsempfehlung für Medikamente, Cannabis oder andere Produkte dar. Auch dienen die Inhalte nicht zur Erstellung einer eigenständigen Diagnose oder Auswahl einer Behandlungsmethode. Für Schäden oder Ähnliches, die durch die Nutzung der Inhalte entstehen, kann Greensby weder direkt noch indirekt haftbar bzw. zur Verantwortung gezogen werden. Wir empfehlen grundsätzlich, das Gespräch mit einem Arzt zu suchen.

FAQs

Welche Nebenwirkungen kann CBD haben?

Die Einnahme von CBD kann unerwünschte Wirkungen verursachen. Am häufigsten können Mundtrockenheit, niedriger Blutdruck, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, Appetitlosigkeit sowie Schlafstörungen auftreten. Diese fallen in aller Regel jedoch schwach aus.

Wann darf man CBD-Öl nicht nehmen?

Schwangere und stillende Frauen sollten gänzlich auf die Anwendung von CBD-Öl verzichten. Vorsicht ist geboten, wenn regelmäßig Medikamente eingenommen werden, da es zu Wechselwirkungen kommen kann. Menschen, die unter einer Leber-Erkrankung oder einem Leberschaden leiden, sollten ebenfalls auf die Anwendung verzichten.

Sind CBD Tropfen schädlich?

Nach aktuellem Stand stuft die Weltgesundheitsorganisation Cannabidiol als sicher ein. Da jedoch viele Eigenschaften von CBD noch unbekannt sind, sollten keine hohen Mengen eingenommen werden. Zudem sollten Nutzer den Dosierungsempfehlungen der Hersteller und Händler folgen. Zu beachten ist, dass auch natürliche Mittel Nebenwirkungen verursachen können. Sollten Sie Medikamente einnehmen, sprechen Sie bitte vor der Anwendung mit Ihrem Arzt.

Kann ich jeden Tag CBD nehmen?

Zum Wirkstoff CBD gibt es bislang kaum Langzeitstudien, weshalb unklar ist, welche Auswirkungen eine langfristige Einnahme haben kann. Deshalb sollte ggf. mit einem Arzt gesprochen werden, da bekannt ist, dass CBD Nebenwirkungen auslösen und Effekte auf die Leber haben kann.

Quellen

[1] Word Health Organization, 2017, Drugs (psychoactive): Cannabidiol (compound of cannabis)

[2] Bergamaschi MM, Queiroz RH, Zuardi AW, Crippa JA. Safety and side effects of cannabidiol, a Cannabis sativa constituent. Curr Drug Saf. 2011 Sep 1;6(4):237-49. doi: 10.2174/157488611798280924. PMID: 22129319, Download vom 07.01.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22129319/

[3] Iffland K, Grotenhermen F. An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies. Cannabis Cannabinoid Res. 2017 Jun 1;2(1):139-154. doi: 10.1089/can.2016.0034. PMID: 28861514; PMCID: PMC5569602, Download vom 07.01.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28861514/

[4] Science News, Indiana University, 2018, CBD in marijuana may worsen glaucoma, raise eye pressure, Download vom 07.01.2025 von https://www.sciencedaily.com/releases/2018/12/181217151537.htm

[5] Xu X, Liu Y, Huang S, Liu G et. al, Overexpression of cannabinoid receptors CB1 and CB2 correlates with improved prognosis of patients with hepatocellular carcinoma. Cancer Genet Cytogenet. 2006 Nov;171(1):31-8. doi: 10.1016/j.cancergencyto.2006.06.014. PMID: 17074588, Download vom 07.01.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17074588/

[6] Ewing LE, Skinner CM, Quick CM et. al, Hepatotoxicity of a Cannabidiol-Rich Cannabis Extract in the Mouse Model. Molecules. 2019 Apr 30;24(9):1694. doi: 10.3390/molecules24091694. PMID: 31052254; PMCID: PMC6539990, Download vom 07.01.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31212965/

[7] Jadoon KA, Tan GD, O’Sullivan SE. A single dose of cannabidiol reduces blood pressure in healthy volunteers in a randomized crossover study. JCI Insight. 2017 Jun 15;2(12):e93760. doi: 10.1172/jci.insight.93760. PMID: 28614793; PMCID: PMC5470879, Download vom 07.01.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28614793/

[8] Kicman A, Toczek M. The Effects of Cannabidiol, a Non-Intoxicating Compound of Cannabis, on the Cardiovascular System in Health and Disease. Int J Mol Sci. 2020 Sep 14;21(18):6740. doi: 10.3390/ijms21186740. PMID: 32937917; PMCID: PMC7554803, Download vom 07.01.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32937917/

[9] Johnson JR, Lossignol D, Burnell-Nugent M et. al, An open-label extension study to investigate the long-term safety and tolerability of THC/CBD oromucosal spray and oromucosal THC spray in patients with terminal cancer-related pain refractory to strong opioid analgesics. J Pain Symptom Manage. 2013 Aug;46(2):207-18. doi: 10.1016/j.jpainsymman.2012.07.014. Epub 2012 Nov 8. PMID: 23141881, Download vom 07.01.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23141881/

[10] Feinshtein V, Erez O, Ben-Zvi Z et. al, Cannabidiol changes P-gp and BCRP expression in trophoblast cell lines. PeerJ. 2013 Sep 12;1:e153. doi: 10.7717/peerj.153. PMID: 24058883; PMCID: PMC3775628, Download vom 07.01.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24058883/

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Autorin

Alexandra Latour

Alexandra Latour hat mehr als zehn Jahre Erfahrung als Redakteurin und freiberufliche Autorin in der Health-Care-Branche. Anfang 2017 übernahm sie die Stelle als stellvertretende Chefredakteurin bei Leafly Deutschland und eignete sich in den darauffolgenden Jahren eine umfangreiche Fachexpertise in den Themen medizinisches Cannabis und frei käufliche CBD-Produkte an. Inzwischen ist Alexandra in der Cannabis-Branche fest verwurzelt und setzt sich neben ihrer Haupttätigkeit als Medizinredakteurin für die Aufklärung ein. Bitte beachten: Die Inhalte der Artikel sind ausschließlich die persönliche Meinung der Autorin und spiegeln nicht zwingend die Ansichten des gesamten Teams wider.

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