Medizinisches CBD vs. CBD-Produkte

Im Jahr 2016 wurde Cannabidiol (CBD) in die Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) aufgenommen. Seither ist das Cannabinoid verschreibungspflichtig. Ärzte können CBD beispielsweise als Rezepturarzneimittel (ölige Lösung) auf einem normalen Rezept verordnen.
Darüber hinaus sind medizinische Vollspektrumextrakte sowie Cannabisblüten verordnungsfähig. Zur Auswahl stehen verschiedene Cannabissorten in pharmazeutischer Qualität mit unterschiedlich hohem CBD- und THC-Gehalt.
Einen Ratgeber und eine Anleitung bietet Dir unser Artikel: Cannabis auf Rezept.
CBD-Produkte wie CBD-Öl, CBD-Kapseln, CBD-Isolat und CBD-Kosmetik können hingegen legal gekauft werden – sofern sie aus Nutzhanfpflanzen gewonnen werden, die einen THC-Gehalt von maximal 0,3 Prozent aufweisen.
Ausgangsmaterialien für CBD-Arzneimittel und CBD-Produkte
Das Ausgangsmaterial macht den Unterschied zwischen medizinischem CBD und frei käuflichen CBD-Produkten.
Für die Arzneimittelherstellung erfolgt der Anbau der Cannabispflanzen unter streng kontrollierten, standardisierten Bedingungen. Angebaut werden Cannabissorten, deren THC-Gehalt weit über 0,3 Prozent liegen. Je nach Sorte kann der CBD-Gehalt zwischen 5 und 15 Prozent und mehr liegen.
Dagegen dürfen für die Herstellung von CBD-Produkten ausschließlich Nutzhanfsorten aus dem EU-Sortenkatalog verwendet werden, bei denen der THC-Gehalt unter 0,3 Prozent liegt. Der CBD-Gehalt ist im Nutzhanf wesentlich geringer und beträgt maximal 4 bis 5 Prozent.
Da der Anbau von Nutzhanf und die Herstellung von CBD-Produkten weder streng kontrolliert noch standardisiert ist, können CBD-Produkte in ihrer Zusammensetzung der Inhaltsstoffe sowie auch in der Qualität erheblich variieren.
Dosierung von CBD
Medizinisches CBD kommt vor allem bei schweren therapieresistenten Epilepsieformen zur Anwendung. Um die erwünschte Wirkung zu erzielen, erhalten Patienten eine sehr hohe Dosierung. Diese kann bei 20 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht liegen. Bei einem Erwachsenen, der 70 Kilogramm wiegt, wäre das eine Tagesdosis von 1.400 Milligramm CBD.
Nehmen wir jetzt ein CBD-Öl mit 5 Prozent CBD in einem 10-Milliliter-Fläschchen, ergibt das etwa 200 Tropfen á 2,5 Milligramm CBD. Das sind 500 Milligramm CBD pro Flasche. Um eine Tagesdosis von 1.400 Milligramm CBD zu erhalten, müsste ein Mensch also rund drei Fläschchen CBD-Öl auf einmal nehmen.
Bei diesem Thema darf auch nicht vergessen werden, dass solch hohe CBD-Dosen nicht unbedenklich sind. Deshalb ist medizinisches CBD eben auch verschreibungspflichtig und die Gabe muss ärztlich überwacht werden. Insofern eignen sich frei käufliche CBD-Produkte nicht zur medizinischen Behandlung von Erkrankungen.
Zusammenfassung zu medizinischem CBD vs. CBD-Produkte
- CBD-Arzneimittel werden aus THC-reichen Cannabispflanzen hergestellt, die unter streng kontrollierten und standardisierten Bedingungen angebaut werden.
- Für frei käufliche CBD-Produkte werden ausschließlich Nutzhanfpflanzen genutzt, dessen THC-Gehalt unter 0,3 Prozent liegt.
- Der CBD-Gehalt ist in Nutzhanfpflanzen weitaus geringer als in Cannabispflanzen.
- In Studien zur Wirksamkeit von CBD wird ausschließlich medizinisches CBD verwendet.
- CBD-Produkte sind nicht standardisiert. Sie können in ihrer Zusammensetzung der Inhaltsstoffe erheblich variieren.
- Zur Behandlung von Erkrankungen kommt CBD in sehr hohen Dosen zum Einsatz. Die Einnahme ist nicht unbedenklich und muss ärztlich überwacht werden.
- Bei frei käuflichen CBD-Produkten darf die empfohlene Tagesdosis nicht überschritten werden. Auch wenn CBD einen „natürlichen“ pflanzlichen Ursprung hat, können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen auftreten.
Die Inhalte dieses Artikels sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und stellen weder eine Beratung noch eine Anwendungsempfehlung für Medikamente, Cannabis oder andere Produkte dar. Auch dienen die Inhalte nicht zur Erstellung einer eigenständigen Diagnose oder Auswahl einer Behandlungsmethode. Für Schäden oder Ähnliches, die durch die Nutzung der Inhalte entstehen, kann Greensby weder direkt noch indirekt haftbar bzw. zur Verantwortung gezogen werden. Wir empfehlen grundsätzlich, das Gespräch mit einem Arzt zu suchen.
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