Kölner Drogenkrieg vor Gericht: Prozesse nach Explosionen, Entführung und Schüssen starten

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Mit einer Reihe von Prozessen beginnt diese Woche die juristische Aufarbeitung eines eskalierten Drogenkriegs im Rheinland und Ruhrgebiet. Im Zentrum steht ein spektakulärer Fall aus dem vergangenen Jahr: Ein Cannabis-Diebstahl in Hürth, dem mehrere Explosionen, Schüsse und sogar eine Geiselnahme folgten.

Am Mittwoch startet der erste Prozess gegen sieben Tatverdächtige, die unter anderem wegen schweren Raubs, Freiheitsberaubung, Drogenhandel und Verstößen gegen das Waffengesetz angeklagt sind. Hauptbeschuldigter ist der 22-jährige Deutsch-Algerier Aymen G., der mit Komplizen aus einer rivalisierenden Bande rund 350 Kilogramm Cannabis gestohlen und dabei mehrere Personen misshandelt und gefesselt haben soll. G. schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Der Drogenraub war laut Ermittlern nur der Auftakt einer Gewaltserie. Explosionen und Schüsse auf Wohnhäuser in Köln, dem Umland sowie dem Ruhrgebiet sorgten für Angst in der Bevölkerung. In Köln-Rodenkirchen kam es sogar zu einer Geiselnahme, die bundesweit Schlagzeilen machte. Ein weiterer Prozess dazu beginnt am Donnerstag.

Die Polizei hatte bereits im Januar mit einer großangelegten Aktion einen Ermittlungserfolg verkündet: 23 mutmaßliche Mitglieder verschiedener Drogenbanden wurden festgenommen. Kriminaldirektor Michael Esser lobte die Arbeit der 80-köpfigen Ermittlungsgruppe „Sattla“ als „herausragend“ – gleichzeitig warnte er vor der Gefahr für unbeteiligte Bürgerinnen und Bürger.

Die Ermittlungen führten zunächst in Richtung der niederländisch-marokkanischen „Mocro-Mafia“, doch die Beamten sprechen inzwischen von einem neuen Kriminalitätsphänomen: „Crime as a service“. Demnach rekrutieren Banden über Messenger-Dienste junge Männer aus prekären Verhältnissen, die für wenig Geld gefährliche Aufträge übernehmen – oft ohne zu wissen, wer dahintersteckt.

Drei dieser sogenannten „Handlanger“ aus den Niederlanden, die mutmaßlich an der Geiselnahme in Hürth beteiligt waren, müssen sich am Freitag vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: gemeinschaftlich begangene Geiselnahme und gefährliche Körperverletzung.

Laut Kriminalitätsforscher Robin Hofmann sei diese Entwicklung besorgniserregend: „Die machen die Drecksarbeit für ein paar hundert Euro.“ Eine direkte Verbindung zur „Mocro-Mafia“ sehen die Kölner Ermittler zwar nicht, Hofmann hält Überschneidungen jedoch für wahrscheinlich.

Angesichts der Hintergründe wurden die Sicherheitsmaßnahmen für die Prozesse massiv erhöht. Die Justiz rechnet mit intensiven Verhandlungen, die ein Schlaglicht auf die neue Dimension organisierter Kriminalität in Deutschland werfen dürften.

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Autorin

Alexandra Latour

Alexandra Latour hat mehr als zehn Jahre Erfahrung als Redakteurin und freiberufliche Autorin in der Health-Care-Branche. Anfang 2017 übernahm sie die Stelle als stellvertretende Chefredakteurin bei Leafly Deutschland und eignete sich in den darauffolgenden Jahren eine umfangreiche Fachexpertise in den Themen medizinisches Cannabis und frei käufliche CBD-Produkte an. Inzwischen ist Alexandra in der Cannabis-Branche fest verwurzelt und setzt sich neben ihrer Haupttätigkeit als Medizinredakteurin für die Aufklärung ein. Bitte beachten: Die Inhalte der Artikel sind ausschließlich die persönliche Meinung der Autorin und spiegeln nicht zwingend die Ansichten des gesamten Teams wider.

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