CBD gegen Stress (kann helfen)

CBD gegen Stress

Stress im Alltag kennt im Grunde jeder Mensch und die Ursachen können vielfältig sein. Ein bisschen Ruhe und Entspannung lassen den Stresslevel in der Regel schnell sinken. Lassen sich die Stressoren nicht beseitigen, kann der Stress einen chronischen Verlauf nehmen, was Auswirkungen auf die Psyche und den Körper hat. Kommt es immer wieder zur vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin und nimmt die Anspannung nicht ab, können unterschiedliche Symptome auftreten, wie zum Beispiel:

  • verminderte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit
  • Kopfschmerzen
  • gestörter Schlaf/Schlafstörungen
  • diffuse Schmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • innere Unruhe
  • Reizbarkeit und Nervosität

Viele betroffene Menschen leiden dann bei zunehmender Stressbelastung auch unter Angstzuständen und es besteht die Gefahr, dass sich eine Depression entwickelt.

Darüber hinaus besteht das Risiko, dass verschiedene Krankheiten aufgrund des Stresses entstehen oder bereits bestehende Erkrankungen verschlimmert werden. Das können beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Hautkrankheiten sein. Hinzu kommt, dass chronische Belastungen auch das Immunsystem schwächen.

Was tun gegen Stress?

Um die dringend notwendige Entspannung zu erreichen, müssen die Stresshormone abgebaut werden. Sport und regelmäßige Bewegung sind hier hilfreiche Mittel. Zur Stressbewältigung eignen sich auch autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Atemübungen. Ebenso können Yoga oder Pilates eine Unterstützung sein, um wieder in Balance zu kommen und das Wohlbefinden zu fördern. Viele Menschen nutzen zudem die Meditation als Methode, um zur Ruhe und wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Sollte der chronische Stress zu einer enormen psychischen und physischen Belastung werden, ist es ratsam, sich zunächst an den Hausarzt zu wenden. Ggf. ist es hier dann angezeigt, eine Psychotherapie oder Verhaltenstherapie in Erwägung zu ziehen.

Zusammenhänge zwischen dem ECS und Stress​

Das Endocannabinoid-System (ECS) besteht aus den Cannabinoidrezeptoren Typ 1 (CB1) und Typ 2 (CB2), den Endocannabinoiden wie 2-Arachidonoylglycerin (2-AG) und N-Arachidonoylethanolamin (Anandamid) sowie verschiedenen Enzymen, die diese freisetzen oder abbauen. Als Teil des Nervensystems ist das Endocannabinoidsystem an der Regulation von unterschiedlichen biologischen Prozessen beteiligt und unter anderem für die Homöostase (Gleichgewichtszustand) sowie die Stressresistenz des Organismus von wesentlicher Bedeutung. Bei der Regulierung von Angst und Stressbewältigung spielt das ECS eine entscheidende Rolle.[1]

Stressreaktionen im Körper

Stress ist eine Reaktion des Körpers, um sich auf mögliche Gefahren oder Verletzungen vorzubereiten. Sowohl eine physische als auch psychische Stresssituation löst ein Muster von Reaktionen aus, was die Bewältigung der unmittelbaren Bedrohung und die anschließende Wiederherstellung der Homöostase ermöglicht. Dabei sind die frühesten Stressreaktionen neuronaler Natur und treten innerhalb von Sekunden nach der Belastung auf. Mehrere Neurotransmitter (Botenstoffe) sind an diesem Prozess beteiligt, darunter Noradrenalin, Serotonin, GABA, Glutamat und das schnell reagierende Stresshormon Adrenalin.

Außerdem werden durch die Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse), die auch als Stressachse bezeichnet wird, Glukokortikoide (Steroidhormone) aus der Nebenniere ausgeschüttet.

Studiendaten stützen die Hypothese, dass die ECS-Signalisierung durch Stress verändert wird und einen zentralen Mechanismus darstellt, durch den Stress die synaptische Plastizität (Verbindung der Nervenzellen) in vielen Gehirnregionen verändert.[2]

Auf dem futuristischen, grün gehaltenen Bild ist ein Frauengesicht mit geschlossenen Augen zu sehen, das umgeben von Cannabis und Rauch ist.
Abb. 1: CBD kann stresslindernde Eigenschaften entfalten.

Wirkmechanismus von CBD

In Experimenten mit Nagetieren konnte CBD die negativen Folgen von Stress sowie Stresssymptome lindern. Bei den Tieren wurde Stress entweder kurzfristig (akut) oder über einen längeren Zeitraum (chronisch) künstlich ausgelöst.

Die Ergebnisse zeigen, dass CBD wirkt, indem es spezifische Signalwege im Gehirn beeinflusst, darunter die Cannabinoidrezeptoren 1 und 2 sowie den 5-HT1A-Rezeptor (Serotoninrezeptor). Diese Rezeptoren spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Angst, Stressreaktionen und der allgemeinen Funktion des Nervensystems. Indem das Cannabinoid das Enzym FAAH hemmte, wurde die Aktivität der CB1- und CB2-Rezeptoren erhöht. Dabei baut FAAH normalerweise körpereigene Substanzen ab, die an den CB1- und CB2-Rezeptoren wirken.

Durch die Hemmung von FAAH bleibt mehr von diesen Substanzen verfügbar, was die stressreduzierende Wirkung verstärkt. Diese Mechanismen verringerten das Angstverhalten der Tiere, das durch Stress ausgelöst wurde. Zudem wurde beobachtet, dass CBD das Hirn vor den schädlichen Auswirkungen von chronischem Stress schützte, wie dem Rückgang der Bildung neuer Nervenzellen im Hippocampus, einem Gehirnbereich, der für Gedächtnis und Emotionen wichtig ist. Es verhinderte auch, dass die Ängste nach dem Stress bestehen bleiben.

Der Wirkstoff CBD hatte nicht nur einen Schutzeffekt auf das Verhalten, sondern wirkte auch auf die Struktur der Nervenzellen. Es konnte gezeigt werden, dass CBD die durch chronischen Stress verursachten Schäden an den Nervenzellen verhinderte. Dazu gehören der Verlust von Verzweigungen und Verbindungen zwischen den Nervenzellen sowie die Abnahme bestimmter Proteine, die für die Funktion von Synapsen wichtig sind. Diese Effekte wurden in Gehirnbereichen beobachtet, die für die Regulation von Stress, Stimmung und Emotionen entscheidend sind, wie dem Hypothalamus und anderen limbischen Strukturen.

Eine weitere wichtige Eigenschaft von CBD ist, dass es über den 5-HT1A-Rezeptor wirken kann, der mit dem Serotoninsystem des Gehirns zusammenhängt. Dieser Rezeptor ist an der Regulierung von Ängsten und Stress beteiligt. Durch die Aktivierung dieses Rezeptors reduziert CBD stressbedingte Symptome wie Angstverhalten, erhöhte Herzfrequenz und Blutdruck.

Interessanterweise zeigen die angstlösenden Wirkungen von CBD nur dann einen Effekt, wenn die Tiere zuvor akut oder chronisch gestresst wurden. Bei Tieren, die nicht unter Stress standen, konnte diese Wirkung nicht beobachtet werden. Dies deutet darauf hin, dass CBD spezifisch auf stressbedingte Mechanismen abzielt, anstatt eine generelle angstlösende Wirkung zu haben.[3]

Studien zu den stresslindernden Eigenschaften von CBD

In Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass akuter Stress die Anandamid-Konzentration in der Amygdala verringert. Diese gehört zum limbischen System im Gehirn und ist mit dem Hippocampus für unsere Emotionen zuständig.

Der Wirkstoff Cannabidiol (CBD) interagiert mit dem Endocannabinoid-System und in einer Übersichtsarbeit erklären Forscher, dass das Cannabinoid bei der Behandlung von Stress nützlich sein könnte und eine entsprechende stresslindernde Wirkung haben kann. Sie heben dabei auf zwei placebokontrollierte Studien mit 232 und 120 Teilnehmern ab, in denen die Gabe von CBD die Stressreaktion deutlich reduzierte und besser wirkte als das Placebo (Scheinmedikament). Schwere /Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.[3]

Zusammenfassung zur Wirksamkeit von CBD bei Stress

Chronischer Stress schadet der Gesundheit, und zwar sowohl dem Körper als auch der Seele. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig für Entspannung zu sorgen. Die Anwendung von Cannabidiol (CBD) könnte hier eine Unterstützung darstellen. Allerdings kann CBD nicht die Ursachen bekämpfen, sondern lediglich zur Linderung der Stresssymptome beitragen.

In Studien wird grundsätzlich medizinisches CBD bzw. in der Regel eine synthetische Variante genutzt, was mit frei käuflichen CBD-Produkten nicht vergleichbar ist. Dennoch könnten hier CBD-Öle & Co ein unterstützender Begleiter sein, sofern die CBD-Produkte eine entsprechend hohe Qualität aufweisen.

Weitere Informationen zu Angststörungen und Cannabis als Medizin gibt es in diesem Artikel.

Hinweise: In den oben aufgeführten Informationen berichten wir ausschließlich über verschreibungspflichtiges medizinisches Cannabis mit all seinen Cannabinoiden oder verschreibungspflichtiges Cannabidiol (CBD). Die Studienergebnisse sind nicht auf frei käufliche wie CBD-Öle, CBD-Kapseln etc. übertragbar. Die Unterschiede erklärt dieser Artikel. Zudem machen wir zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschläge und geben auch keine Anwendungsempfehlungen oder Nutzversprechen.

Die Inhalte dieses Artikels sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und stellen weder eine Beratung noch eine Anwendungsempfehlung für Medikamente, Cannabis oder andere Produkte dar. Auch dienen die Inhalte nicht zur Erstellung einer eigenständigen Diagnose oder Auswahl einer Behandlungsmethode. Für Schäden oder Ähnliches, die durch die Nutzung der Inhalte entstehen, kann Greensby weder direkt noch indirekt haftbar bzw. zur Verantwortung gezogen werden. Wir empfehlen grundsätzlich, das Gespräch mit einem Arzt zu suchen.

FAQs

Hilft CBD bei Stress?

Die meisten Menschen, die frei käufliche CBD-Produkte wie CBD-Öl, -Kapseln oder -Tropfen bei Stress anwenden, berichten von positiven Erfahrungen. Sicherlich dürfen bei der Einnahme von CBD-Produkten keine Wunder erwartet werden. Aber Vieles deutet darauf hin, dass auch frei käufliche CBD-Produkte womöglich unterstützend zur Reduzierung von Stress beitragen können.

Welches CBD hilft gegen Stress?

Es gibt die Möglichkeit, sich medizinisches CBD auf einem Rezept verordnen zu lassen. Daneben gibt es diverse frei käufliche CBD-Produkte wie CBD-Öl (Extrakt), Kapseln oder Tropfen zur oralen Anwendung, die im Gegensatz zu medizinischem CBD jedoch keine standardisierte Qualität aufweisen.

Wie viel CBD gegen Stress?

In Studien finden sich wichtige Hinweise darauf, dass sich medizinisches Cannabidiol (CBD) als nützlich gegen Stress erweisen kann. Es ist anzunehmen, dass auch die Anwendung von frei käuflichen CBD-Produkten (CBD-Öle, -Tropfen, -Kapseln etc.) einen gewissen Effekt auslösen können. Aus Erfahrungsberichten ist bekannt, dass CBD zur Entspannung beitragen kann. Bezüglich der Dosierung sollte sich jeder an die jeweiligen Dosierungsvorgaben der Hersteller halten.

Ist CBD-Öl gut für die Nerven?

In Studien hat sich medizinisches Cannabidiol (CBD) als potenziell wirksam gegen Stress gezeigt. Erfahrungsberichte zeigen, dass die Anwendung von CBD-Produkten wie CBD-Öl, -Tropfen und -Kapseln zur Entspannung beitragen und das Gefühl von Ruhe verursachen kann. Es ist jedoch unbedingt auf die Qualität der CBD-Produkte zu achten.

Wie viel mg CBD zur Beruhigung?

Grundsätzlich kann CBD bei Stress eingesetzt werden. Es hat allerdings nicht die gleiche beruhigende Wirkung wie entsprechende Medikamente. Anwender machen unterschiedliche Erfahrungen mit CBD-Öl, da es auch bei jedem unterschiedliche Wirkungen auslöst. Wer die Einnahme von CBD-Öl in Erwägung zieht, sollte mit einer niedrigen Dosis beginnen.

Quellen

[1] Lafenêtre P, Chaouloff F, Marsicano G. The endocannabinoid system in the processing of anxiety and fear and how CB1 receptors may modulate fear extinction. Pharmacol Res. 2007 Nov;56(5):367-81. doi: 10.1016/j.phrs.2007.09.006. Epub 2007 Sep 8. PMID: 17951068, Download vom 31.12.2024 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17951068/

[2] Lutz B, Marsicano G, Maldonado R, Hillard CJ. The endocannabinoid system in guarding against fear, anxiety and stress. Nat Rev Neurosci. 2015 Dec;16(12):705-18. doi: 10.1038/nrn4036. PMID: 26585799; PMCID: PMC5871913, Download vom 31.12.2024 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26585799/

[3] Henson JD, Vitetta L, Quezada M, Hall S. Enhancing Endocannabinoid Control of Stress with Cannabidiol. J Clin Med. 2021 Dec 14;10(24):5852. doi: 10.3390/jcm10245852. PMID: 34945148; PMCID: PMC8704602, Download vom 31.12.2024 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34945148/

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Autorin

Alexandra Latour

Alexandra Latour hat mehr als zehn Jahre Erfahrung als Redakteurin und freiberufliche Autorin in der Health-Care-Branche. Anfang 2017 übernahm sie die Stelle als stellvertretende Chefredakteurin bei Leafly Deutschland und eignete sich in den darauffolgenden Jahren eine umfangreiche Fachexpertise in den Themen medizinisches Cannabis und frei käufliche CBD-Produkte an. Inzwischen ist Alexandra in der Cannabis-Branche fest verwurzelt und setzt sich neben ihrer Haupttätigkeit als Medizinredakteurin für die Aufklärung ein. Bitte beachten: Die Inhalte der Artikel sind ausschließlich die persönliche Meinung der Autorin und spiegeln nicht zwingend die Ansichten des gesamten Teams wider.

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