Medizinisches Cannabis gegen Schuppenflechte (Psoriasis)

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Oftmals ist die Lebensqualität von Betroffenen erheblich eingeschränkt, denn die Psoriasis ist nicht nur körperlich belastend. Auch die Psyche leidet unter dem sichtbaren Erscheinungsbild der Hautveränderungen. Noch immer ist die Erkrankung mit einem starken sozialen Stigma verbunden und die Angst ist bei Betroffenen häufig groß, dass sie sozial ausgegrenzt werden, was zu einem ausgeprägten Schamgefühl, Ängsten bis hin zu Depressionen führen kann.

Ursachen und Auslöser der Schuppenflechte

Aufgrund des fehlregulierten Immunsystems werden bei Betroffenen die Hautzellen viel schneller als normal produziert. Während der normale Zellzyklus etwa 28 Tage dauert, werden bei Betroffenen die Hautzellen in nur drei bis sieben Tagen gebildet, was zur Ansammlung von Zellen auf der Hautoberfläche führt. Dabei ist die Ursache noch nicht vollständig geklärt.

Es wird angenommen, dass genetische Faktoren eine zentrale Rolle spielen, da die Schuppenflechte innerhalb von Familien gehäuft auftritt. Etwa ein Drittel der Betroffenen hat Familienmitglieder, die ebenfalls an der Hautkrankheit erkrankt sind.

Neben genetischen Faktoren gibt es auch Umweltfaktoren und Auslöser, die Psoriasis-Schübe auslösen oder verschlimmern können. Hierzu gehören unter anderem Stress, bestimmte Medikamente, Hautverletzungen (Köbner-Phänomen) sowie klimatische Bedingungen wie Kälte oder trockene Luft.

Symptome und Formen der Psoriasis

Die Symptome der Schuppenflechte können je nach Schweregrad variieren, wobei zu den häufigsten Beschwerden scharf begrenzte und rötliche Hautstellen gehören, die mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind. Diese sogenannten Plaques treten häufig an den Ellenbogen, Knien, der Kopfhaut und dem unteren Rücken auf. Grundsätzlich kann jedoch der gesamte Körper betroffen sein.

Unterschieden wird zwischen den folgenden Psoriasis-Formen:

  • Plaque-Psoriasis (Psoriasis vulgaris) ist die häufigste Form, die etwa 80 bis 90 Prozent der Patienten betrifft. Sie zeichnet sich vor allem durch dicke, schuppige Plaques aus.
  • Psoriasis guttata entwickelt sich oftmals nach bakteriellen Infektionen in Form von kleinen, tropfenförmigen Flecken. Betroffene sind vorwiegend Kinder und Jugendliche.
  • Psoriasis inversa bildet sich in den Hautfalten wie in den Achseln, im Leistenbereich oder unter den Brüsten. Die Hautveränderungen sind oft glatt und weniger schuppig, aber entzündlich und empfindlich.
  • Psoriasis pustulosa ist eine seltene, aber schwere Form der Psoriasis, bei der sich Eiterbläschen (Pusteln) auf den betroffenen Hautstellen bilden.
  • Psoriasis erythrodermica ist die schwerste Psoriasisform, da hier fast der gesamte Körper von entzündeten und schuppigen Hautstellen betroffen ist. Da hierdurch die Temperaturregulierung des Körpers sowie der Flüssigkeitshaushalt beeinträchtigt wird, ist diese Form potenziell lebensbedrohlich. Allerdings ist diese Form sehr selten.

Begleiterkrankungen bei Psoriasis

Die Schuppenflechte ist mehr als eine Hautkrankheit, denn sie kann das Risiko für verschiedene Begleiterkrankungen erhöhen. Ungefähr 30 Prozent der Betroffenen entwickeln zusätzlich eine Psoriasis-Arthritis, die Gelenkschmerzen und -schwellungen verursacht.

Darüber hinaus haben Betroffene aufgrund der chronischen Entzündungen im Körper ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Herzinfarkte. Ebenso steigt das Risiko für Fettleibigkeit, Diabetes und anderen Stoffwechselstörungen.

Behandlung der Schuppenflechte

Die Psoriasis ist zwar nicht heilbar, aber gut behandelbar. Dabei zielt die Behandlung darauf ab, die Symptome zu lindern, Schübe zu kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Je nach Schweregrad der Erkrankung kommen dann verschiedene Therapieansätze zum Einsatz.

Topische Behandlungen mit Cremes und Salben, die Wirkstoffe wie Kortikosteroide, Vitamin-D-Analoga oder Salicylsäure enthalten, können die Entzündungen reduzieren und die Schuppenbildung mindern. Medikamente wie Methotrexat, Cyclosporin oder Retinoide, die das überschießende Immunsystem unterdrücken, werden meist nur in schweren Fällen verordnet. Das Gleiche gilt für Biologika, eine neue Klasse von Medikamenten, die speziell auf bestimmte Teile des Immunsystems abzielen.

Bei mittelschweren bis schweren Fällen kann eine Lichttherapie sinnvoll sein. Hierbei wird die Haut kontrolliert mit UV-Strahlen bestrahlt. Denn UVB-Licht kann das Zellwachstum verlangsamen und die Entzündung reduzieren.

Zusammenhänge zwischen dem Endocannabinoid-System und Psoriasis

Die Haut ist das größte Organ des Körpers und hat eine komplexe Struktur, die zur Homöostase (Gleichgewicht) beiträgt und die erste Verteidigungslinie gegen Verletzungen und Infektionen darstellt.

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass das Endocannabinoid-System (ECS) eine wichtige Rolle in gesunder und kranker Haut spielt. Die Dysregulation des ECS scheint in Verbindung mit der Entstehung von Hautkrankheiten wie Psoriasis, Neurodermitis, Sklerodermie und Hautkrebs zu stehen. Deshalb könnten die Cannabinoide aus der Cannabispflanze eine neue Behandlungsoption für diese Krankheiten eröffnen, da sie das ECS beeinflussen.

CBD gegen Psoriasis

Verschiedene Studien heben die potenziellen Vorteile von Cannabidiol (CBD) bei der Behandlung von Psoriasis durch die immunmodulatorischen und entzündungshemmenden Wirkungen hervor. Es wird angenommen, dass CBD eine Rolle bei der Verringerung der Zytokinproduktion und der Entzündungsreaktionen in Psoriasiszellen spielen könnte, was zur Linderung der Symptome beitragen könnte. Insbesondere wurde beobachtet, dass CBD die Produktion von entzündlichen Zytokinen wie IFNγ und TNFα in bestimmten Blutzellen von Psoriasis-Patienten reduzierte.[1]

Bei Psoriasis ist zudem die normale Funktion der Keratinozyten (Hauptzellen der obersten Hautschicht) gestört, was zu einer übermäßigen Produktion von Hautzellen führt. CBD hat in Studien das Potenzial gezeigt, oxidativen Stress in den Keratinozyten der Haut zu minimieren. Diese positive Wirkung könnte auf die Fähigkeit von CBD zurückzuführen sein, die Aktivität von Enzymen zu beeinflussen, die prooxidative Bedingungen fördern und die antioxidative Abwehr dieser Zellen zu stärken.[2]

Darüber hinaus scheint CBD auch den mit der Erkrankung verbundenen Juckreiz lindern zu können. Das zeigte eine Studie mit 20 Teilnehmern, die entweder unter einer Schuppenflechte, Neurodermitis oder unter juckenden Narben litten, die durch Hautkrankheiten entstanden. Drei Monate lang wendeten die Teilnehmer zweimal täglich eine CBD-Salbe an, worunter sich der Juckreiz signifikant besserte.[3]

Interessante Informationen zum Thema Cannabis bei Hautkrankheiten gibt es hier.

Zusammenfassung zu Cannabis bei Psoriasis

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die aktuellen Studien zur Verwendung von Cannabidiol (CBD) in der Psoriasis-Therapie darauf hinweisen, dass CBD eine vielversprechende Behandlungsoption sein kann. Zwar sind die Wirkmechanismen, die den therapeutischen Wirkungen von CBD bei Psoriasis zugrunde liegen, noch nicht vollständig verstanden, es wird jedoch davon ausgegangen, dass CBD immunmodulatorische und entzündungshemmende Effekte entfalten kann. Zudem legen Studien nahe, dass CBD die übermäßige Produktion von Keratinozyten hemmen kann.

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um die optimale Dosierung, Formulierung und das langfristige Sicherheitsprofil von CBD-basierten Behandlungen für Psoriasis festzulegen.

Die Inhalte dieses Artikels sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und stellen weder eine Beratung noch eine Anwendungsempfehlung für Medikamente, Cannabis oder andere Produkte dar. Auch dienen die Inhalte nicht zur Erstellung einer eigenständigen Diagnose oder Auswahl einer Behandlungsmethode. Für Schäden oder Ähnliches, die durch die Nutzung der Inhalte entstehen, kann Greensby weder direkt noch indirekt haftbar bzw. zur Verantwortung gezogen werden. Wir empfehlen grundsätzlich, das Gespräch mit einem Arzt zu suchen.

FAQs

Ist Cannabis gut für Schuppenflechte?

Salben, die das Cannabinoid Cannabidiol (CBD) enthalten, haben sich in Studien als nützlich zur Behandlung einer Schuppenflechte gezeigt, da CBD unter anderem immunmodulatorische und entzündungshemmende Effekte entfalten kann.

Quellen

[1] Pagano C, Ciaglia E, Coppola L, Lopardo V, Raimondo A, Giuseppe M, Lembo S, Laezza C, Bifulco M. Cannabidiol exerts multitarget immunomodulatory effects on PBMCs from individuals with psoriasis vulgaris. Front Immunol. 2024 Mar 27;15:1373435. doi: 10.3389/fimmu.2024.1373435. PMID: 38601151; PMCID: PMC11004238, Download vom 15.10.2024 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38601151/

[2] Wroński A, Jarocka-Karpowicz I, Stasiewicz A, Skrzydlewska E. Phytocannabinoids in the Pharmacotherapy of Psoriasis. Molecules. 2023 Jan 25;28(3):1192. doi: 10.3390/molecules28031192. PMID: 36770858; PMCID: PMC9920113, Download vom 15.10.2024 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36770858/

[3] Palmieri B, Laurino C, Vadalà M. A therapeutic effect of cbd-enriched ointment in inflammatory skin diseases and cutaneous scars. Clin Ter. 2019 Mar-Apr;170(2):e93-e99. doi: 10.7417/CT.2019.2116. PMID: 30993303, Download vom 15.10.2024 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30993303/

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Autorin

Alexandra Latour

Alexandra Latour hat mehr als zehn Jahre Erfahrung als Redakteurin und freiberufliche Autorin in der Health-Care-Branche. Anfang 2017 übernahm sie die Stelle als stellvertretende Chefredakteurin bei Leafly Deutschland und eignete sich in den darauffolgenden Jahren eine umfangreiche Fachexpertise in den Themen medizinisches Cannabis und frei käufliche CBD-Produkte an. Inzwischen ist Alexandra in der Cannabis-Branche fest verwurzelt und setzt sich neben ihrer Haupttätigkeit als Medizinredakteurin für die Aufklärung ein. Bitte beachten: Die Inhalte der Artikel sind ausschließlich die persönliche Meinung der Autorin und spiegeln nicht zwingend die Ansichten des gesamten Teams wider.

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