THC-Öl selber machen – alles, was Du dazu wissen musst!

Bevor wir beginnen, möchten wir erst einmal die Begrifflichkeiten klären. Denn Cannabisöl ist nicht gleich Cannabisöl. THC-Öl wird auch als Full Extract Cannabis Oil (FECO) bezeichnet, also ein Vollextrakt-Cannabisöl auf Alkoholbasis. Nimmt man es ganz genau, ist es auch kein Öl, sondern vielmehr ein Konzentrat. Dieses ist nicht mit einem Speiseöl wie Olivenöl oder Kokosnussöl zu vergleichen, das mit Cannabis versetzt wird und was sich zum Backen oder Kochen eignet. Dafür hat das Konzentrat aber Ähnlichkeiten mit dem Rick-Simpson-Öl (RSO). Hier gibt es lediglich einen Unterschied, und zwar erfolgt die Herstellung des RSO mit Isopropylalkohol, während das FECO mit Getreidealkohol hergestellt wird.
Problematisch an Isopropylalkohol ist, dass es die Gesundheit schädigen kann. Denn es ist zweimal giftiger als Ethanol (Alkohol). Das Einatmen der Dämpfe von Isopropylalkohol kann unangenehme Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Bewusstlosigkeit auslösen. Das Gleiche gilt, wenn Reste dieses Alkohols im THC-Öl verbleiben und dann durch die Einnahme in den Körper gelangen. Deshalb unser Rat an Dich: Verwende Getreidealkohol für die Herstellung des Cannabisöls.
Welche Cannabissorte eignet sich für die Herstellung von Cannabis-Öl?
Grundsätzlich eignen sich alle Cannabissorten für die Herstellung des THC-Öls. Ob nun das Verhältnis von Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) ausgeglichen ist oder der THC-Gehalt höher ist oder aber der CBD-Anteil überwiegt – wähle die Sorte nach Deinen Vorlieben aus.
Bedenke, dass je mehr THC eine Cannabissorte produziert, desto effizienter und potenter wird das Cannabisöl. Einige beliebte Sorten dafür sind zum Beispiel Gorilla Glue, OG Kush, Sour Diesel und Blue Dream, da sie allesamt eine hohe Potenz aufweisen.
Kommen wir jetzt erst mal zu unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung für Dich.
Zutaten und Utensilien für das Cannabis-Öl
Für die Herstellung des Cannabis-Öls zu Hause benötigst Du nur zwei Zutaten, und das sind Cannabisblüten und Getreidealkohol (95 % Vol.). An Utensilien wirst Du vermutlich einige schon in Deiner Küche haben:
- Holzlöffel
- Backpapier
- Käsetuch (Alternative: Kaffeefilter)
- Reiskocher oder Kochtopf
- Büroklammer
- Feuerzeug
- großen Glasbehälter mit Deckel
- große Schüssel
Darüber hinaus wäre ein Grinder von Vorteil, um die Cannabisblüten gleichmäßig zu zerkleinern und für das spätere Abfüllen des Konzentrats Katheterspritzen.
Noch ein wichtiger Tipp: Du benötigst ungefähr 1,5 Liter Getreidealkohol für etwa 140 Gramm Cannabisblüten.
Anleitung: In kleinen Schritten zu Deinem eigenen Cannabisöl
Es gibt verschiedene Methoden zur Herstellung der THC-Konzentrate. Wir geben Dir hier jedoch Anleitungen an die Hand, die nicht kompliziert sind und die Du ganz einfach zu Hause umsetzen kannst.
Schritt 1: Decarboxylierung der Cannabisblüten
Die Cannabinoide wie THC und CBD liegen in der Cannabispflanze als Säure (Acid) vor. Diese „inaktiven“ Säuren wie Tetrahydrocannabinolsäure (THCA) und Cannabidiolsäure (CBDA) müssen erst einmal in die „aktiven“ Cannabinoide umgewandelt werden, was mithilfe der Decarboxylierung geschieht. Bei diesem chemischen Prozess werden die Blüten erhitzt und die Säure spaltet sich ab, sodass aus THCA und CBDA die Cannabinoide THC und CBD werden.
Zunächst einmal zerkleinerst Du die Cannabisblüten gleichmäßig mit einem Grinder und verteilst das Material dann gleichmäßig auf dem mit Backpapier ausgelegten Backblech. Heize Deinen Backofen auf ca. 110 Grad Celsius vor und schiebe das Backblech in den Ofen. Alle 15 Minuten öffnest Du den Backofen, holst das Backblech nach vorne und wendest die Blüten vorsichtig. Erhitze die Blüten insgesamt ungefähr 30 bis 45 Minuten im Ofen.
Tipp: Möchtest Du wissen, Du Deinen Grinder richtig reinigst? Dann empfehlen Dir diesen Artikel.

Schritt 2: Blüten in Alkohol einlegen und ziehen lassen
Nach der Decarboxylierung lässt Du die Blüten erst einmal abkühlen. Danach legst Du sie in ein großes Glasgefäß und befüllst es mit dem Getreidealkohol. Nimm dann einen Holzlöffel und rühre das Gemisch dann langsam ungefähr drei Minuten um. Verschließe den Glasbehälter mit dem Deckel und stelle ihn in ein dunkles Zimmer, in dem eine normale Zimmertemperatur herrscht.
Je länger Du das Pflanzenmaterial im Lösungsmittel bzw. im Alkohol ziehen lässt, desto mehr Bestandteile wie Cannabinoide und Terpene des Cannabis lösen sich. Belasse das Glas für mindestens drei Stunden im Raum und rühre ab und zu um. Wenn Du erreichen möchtest, dass Dein THC-Öl eine hohe Potenz aufweist, musst Du das Glas rund vier Wochen ruhen lassen, jedoch einmal täglich das Glasgefäß schütteln.
Schritt 3: Trennung des Pflanzenmaterials vom Getreidealkohol
Wenn Du alle Schritte bis hierhin durchgeführt hast, ist es notwendig, das Pflanzenmaterial vom Alkohol zu trennen. Hierfür nimmst Du eine große Schüssel und legst ein Käsetuch darüber oder Du verwendest einen herkömmlichen Kaffeefilter als Sieb.
Jetzt holst Du das Glasgefäß mit der Cannabis-Alkohol-Mischung und schüttest es vorsichtig durch das Sieb in die Schüssel. Die übrig bleibenden abgeseihten Reste kannst Du mit der Hand auspressen.
Schritt 4: Alkohol muss verdunsten
Stell Deinen Reiskocher auf eine Temperatur von 100 bis 110 Grad Celsius und befülle ihn mit der abgeseihten Cannabis-Mischung. Du besitzt keinen Reiskocher? Kein Problem. Dann nutze einfach ein Wasserbad. Nimm dafür einen Topf mit Wasser und erhitze dieses. Anschließend stellst Du das Glas mit der Cannabis-Mischung hinein. Der Verdunstungsprozess braucht dann eben mehr Zeit. Dafür besteht nicht die Gefahr, dass Deine Mischung anbrennt.
Sicherheitsvorkehrungen: Bei der Erhitzung verdampft der Alkohol. Deshalb solltest Du den Reiskocher, der starke Dämpfe verursachen kann, zur Sicherheit in einem gut belüfteten Raum aufstellen. Alkohol ist schnell entflammbar! Sorge dafür, dass in der Nähe keine Funken oder Flammen entstehen können.
Wichtig ist, dass Du Dein fast fertiges THC-Öl immer mal wieder kontrollierst. Je mehr Alkohol verdunstet, desto dunkler wird die Farbe des Öls. Außerdem wirst Du feststellen, dass das Cannabisöl eine schmierige, teerartige Konsistenz annimmt.
Du möchtest wissen, ob der Alkohol komplett verdunstet ist, dann biege eine Büroklammer auseinander. Die Spitze tauchst Du kurz in das THC-Öl und verlässt damit den Raum. Halte dann die Flamme eines Feuerzeugs daran. Bildet sich eine kleine Flamme, ist der Alkohol noch nicht endgültig verdampft. Dann musst Du das Cannabisöl weiter erhitzen.

Schritt 5: Cannabisöl abfüllen
Um das Cannabis-Öl abzufüllen, machst Du Gebrauch von den Katheterspritzen. Ziehe die Spritze mit dem Extrakt auf und verschließe sie mit der Kunststoffkappe. Danach nimmst Du die nächste Spritze und so weiter und so weiter. Wenn Du damit fertig bist, lagerst Du sie am besten im Kühlschrank (Haltbarkeit: ca. sechs Monate).
Noch eine kleine Ergänzung: Solltest Du nach einer gewissen Zeit feststellen, dass das Cannabis-Öl in der Spritze hart geworden ist, kannst Du sie unter lauwarmes Wasser halten, damit der Inhalt wieder etwas flüssiger wird.
Alternative zum Cannabisöl: Tinktur auf Ölbasis
Es gibt diverse Varianten des THC-Öls, und wenn Dir die teeartige Konsistenz Deines Öls nicht zusagt, hast Du die Möglichkeit, eine Cannabis-Tinktur auf Ölbasis herzustellen. Das ist auch richtig einfach und Du brauchst nur ein Trägeröl wie MCT-Öl, Hanföl (Hanfsamenöl), Kokosnuss- oder Olivenöl. Die Wahl des Trägeröls bleibt Deinem persönlichen Geschmack überlassen, wobei MCT-Öl sicherlich am neutralsten ist.
Wenn Du 30 ml Cannabis-Tinktur herstellen möchtest, benötigst Du 1 ml THC-Öl sowie 29 ml des Trägeröls. Vermische die Substanzen in einem Topf unter leichter Hitze bzw. niedriger Temperatur (kein Kochen!). Spritzen eignen sich weniger gut für die Aufbewahrung. Nutze am besten kleine braune Pipettenfläschchen.
THC-Öl: Anwendungen und Wirkungen
Bedenke bitte, dass Dein THC-Öl eine sehr hohe Konzentration von Cannabinoiden aufweist – abhängig vom THC-Gehalt der ausgewählten Cannabissorte und wie lange Du das Cannabis im Alkohol hast ziehen lassen. Dementsprechend hoch ist auch die Potenz.
Das bedeutet, dass die Wirkung nicht nur sehr stark sein kann, sondern auch lange anhalten kann. Bei der Anwendung ist also äußerste Vorsicht geboten. Beginne grundsätzlich mit einer sehr geringen Dosis!
Dosierung: Gebe beim ersten Mal maximal ein bis zwei Tropfen unter die Zunge. Die Wirkstoffe gelangen dann relativ schnell über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf. Du wirst die Wirkung nicht sofort wie beim Rauchen oder Verdampfen spüren, aber sie wird kommen. Warte also ab.
Zusammenfassung zur THC-Öl Herstellung zu Hause
Du kannst Cannabisöl ganz einfach selbst herstellen, indem Cannabisblüten und hochprozentiger Alkohol verwendet werden. Dazu werden THC-reiche Blüten zunächst zerkleinert und mit starkem Alkohol übergossen, um die Wirkstoffe herauszulösen. Nach einer gewissen Einwirkzeit wird die Mischung mit dem Pflanzenmaterial gefiltert, und der Alkohol wird anschließend durch Erhitzen vorsichtig verdampft, bis nur noch ein dickflüssiges Extrakt übrig bleibt. Dieses THC-Konzentrat kannst Du dann noch mit einem Trägeröl, wie zum Beispiel MCT-, Kokosnuss- oder Olivenöl verdünnen.
Der Umgang mit dem Cannabisöl erfordert eine gewisse Vorsicht, vor allem dann, wenn Du noch keine großen Erfahrungen mit einem THC-Extrakt gemacht hast. Die Wirkung kann sehr intensiv sein, ebenso die Dauer der Effekte. Beginne deshalb mit einer minimalen Menge, bzw. maximal ein bis zwei Tropfen.
FAQ
Was kann man mit THC-Öl machen?
Die Vorteile des selbsthergestellten THC-Öls liegen darin, dass es vielseitig eingesetzt werden kann. Neben der einfachen oralen Aufnahme, lassen sich auch Speisen wie Soßen, Dips oder Dressings mit dem Extrakt verfeinern, ebenso Backwaren (Edibles) wie Brownies oder Kekse. Dabei ist aber immer darauf zu achten, dass die Cannabinoid-Konzentration extrem hoch ist. Dementsprechend intensiv und lange kann die Wirkung ausfallen.
Wie produziert man Cannabisöl?
Die Herstellung von Cannabisöl ist nicht schwer. Du benötigst nur wenige Zutaten und Utensilien. Wir haben Dir eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung zusammengestellt und geben Dir auch noch wichtige Hinweise zur Anwendung und Dosierung.
Wie lange hält sich selbst gemachtes Cannabisöl?
In der Regel ist selbst hergestelltes Cannabisöl etwa sechs Monate lang haltbar, sofern es im Kühlschrank oder in einem dunklen, kühlen Zimmer aufbewahrt wird. Die Öle sollten auf keinen Fall dem Sonnenlicht ausgesetzt werden, da Licht den Abbau von dem Cannabinoid THC und weiteren Cannabinoiden fördert.
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