Super soil: So stellst Du Supererde für Deine Cannabispflanzen her

Supererde-Cannabis

Der Begriff „Super soil“ (Supererde) wurde von David Bowman geprägt, besser bekannt als SubCool, eine Legende in den Bereichen Zucht und Anbau von Cannabis sowie Schöpfer von berühmten Sorten wie Jack the Ripper, Agent Orange und Vortex. Bowman verstarb im Jahr 2020. Zu Lebzeiten teilte er eine spezielle Anleitung zur Herstellung von kompostierter Erde, die alles liefert, was Cannabispflanzen genau zum richtigen Zeitpunkt brauchen, ohne dass der pH-Wert geregelt oder zusätzliche Nährstoffe hinzugefügt werden müssen. Seitdem nutzen Grower auf der ganzen Welt dieses „Geheimnis“, um unglaubliche Bio-Blüten der Spitzenklasse zu erhalten!

Wichtige Nährstoffe für die Cannabis-Erde

Licht, Wasser und die richtige Erde sind die wichtigsten Faktoren im Lebenszyklus einer Cannabispflanze. Dabei dient die Erde als Medium, damit das Wurzelsystem gedeiht und die Pflanzen lebenswichtige Nährstoffe bekommen, die sie für das Wachstum benötigt.

Bevor wir uns mit der Supererde befassen, schlüsseln wir erst einmal die grundlegenden Nährstoffe auf, von denen sich jede Pflanze ernährt, wobei es drei Hauptnährstoffe (Makronährstoffe) gibt:

  • Stickstoff (N): Dieser lebenswichtige Nährstoff ist der Hauptbestandteil von Chlorophyll, das Pflanzen verwenden, um die Energie aus dem Sonnenlicht einzufangen und während der Photosynthese komplexe Zucker zu produzieren. Da Stickstoff das Wachstum der Blätter und Stängel fördert, ist der Nährstoffbedarf vor allem in der vegetativen Wachstumsphase hoch.
  • Phosphor (P): Für ein gesundes Wurzelwachstum ist Phosphor unerlässlich und das Element ist außerdem ein Hauptbestandteil von Adenosintriphosphat (ATP), eine essenzielle Energiequelle für Pflanzenzellen. Da das Element zur Bildung der Blüten beiträgt, steigt der Bedarf vor allem während der Blütephase.
  • Kalium (K): Um starke und gesunde Pflanzen zu bekommen, darf Kalium nicht fehlen. Denn diese Verbindung stärkt das Immunsystem, reguliert die Wasseraufnahme und verbessert die Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress und Krankheiten.

Neben diesen drei Hauptnährstoffen gibt es natürlich noch eine Vielzahl anderer Mikronährstoffe, die für ein gesundes Wachstum unerlässlich sind. Hierzu gehören zum Beispiel Kupfer, Eisen, Zink, Schwefel und Mangan.

Was ist Supererde?

Die Supererde kann aus organischen, hausgemachten oder im Laden gekauften Produkten hergestellt werden und ist so konzipiert, dass sie sämtliche Nährstoffe enthält, die eine Cannabispflanze vom Samen bis zur Ernte benötigt. Dabei erfolgt die Herstellung der Erdmischung mit 100 Prozent organischen Bestandteilen, die lebende Mikroorganismen enthält. Diese helfen dabei, ein Ökosystem zu schaffen, das dem in der Natur ähnelt. Das bedeutet, dass Du die Ernte steigern kannst, ohne den Einsatz von synthetischen Düngemitteln oder Pestiziden.

Darüber hinaus erleichtert die Erde auch den Cannabis-Anbau. Wenn Du es richtig machst, ist es im Grunde nicht mehr notwendig, ständig den pH-Wert zu messen, den Nährstoffgehalt zu überprüfen oder dem Bodengemisch immer wieder Nährstoffe zuzuführen. Wichtig ist jedoch, dass Du den pH-Wert des Wassers testest, um die Erdmischung nicht zu gefährden.

Zu guter Letzt ist die Verwendung auch sehr nachhaltig, da die Erde unbegrenzt wiederverwendbar ist und mit der Zeit sogar noch reichhaltiger wird.

Super-Erde für Cannabispflanzen: Was ist der Unterschied zu Living soil?

Die Living soil („lebende“ Erde) bildet ein natürliches Ökosystem nach und enthält lebende Mikroorganismen sowie Bodenlebewesen, die wichtige Nährstoffe auf natürliche Weise bereitstellen. In der Regel enthält die Erde beispielsweise verschiedene Pilze wie Mykorrhiza, Mikroben und Nematoden (mikroskopisch kleine, fadenförmige Würmer).

Im Gegensatz zur Super-Erde wird Living soil nicht „verbraucht“, sondern stellt einen fortlaufenden biologischen Prozess dar. Deshalb benötigt die „lebende“ Erde auch regelmäßig verschiedene Substanzen wie Komposttee oder Mulch, um das Bodenleben zu fördern. Bei richtiger Pflege kann sie sogar über Jahre aktiv bleiben.

Zutaten-Liste für die Cannabis-Erde

Die Mischung besteht zu 100 Prozent aus biologischen Materialien und es sind keine aggressiven, anorganischen Dünger und Zusätze erforderlich. Allerdings muss auch gesagt werden, dass die Herstellung etwas den Geldbeutel belastet und die Herstellung 30 bis 60 Tage dauern kann. Du wirst aber bestimmt mit den Ergebnissen zufrieden sein.

Stelle sicher, dass Du sämtliche Produkte für Deine Grow-Erde parat hast und Dir ausreichend Platz für die Herstellung zur Verfügung steht:

  • organische Erde mit Kokosfasern oder Mykorrhiza
  • 4 kg organische Wurmkörnung
  • 2,2 kg Knochenmehl
  • 200 g Blutmehl
  • 200 g Fledermaus-Guano
  • 200 g Rohphosphat
  • 150 g Bittersalz
  • 100 g Dolomit
  • 65 g Azomit
  • 65 g Huminsäure oder optional 10 g Perlite

Das „Rezept“ ist für 1-Gallonen-Töpfe (ca. 4 kg) ausgelegt.

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Schritt-für-Schritt-Anleitung für die richtige Erde

Verteile zunächst 1 kg organische Erde mit Kokosfasern und Mykorrhiza auf einer Plane. Sollte die Erde diese Substanzen nicht enthalten, mische ungefähr 45 g Mykorrhiza oder 1 kg Kokosfasern darunter.

Im nächsten Schritt fügst Du das Knochenmehl hinzu und streust das Azomit und Dolomit über den gesamten Haufen. Anschließend gibst Du der Mischung noch einmal 1 kg Erde hinzu. Dann folgt die Hälfte des Wurmkots und des Perlits (falls Du Dich für die Verwendung entschieden hast) und bedecke die Mischung wiederum mit 1 kg Erde.

Jetzt gibst Du die andere Hälfte des Wurmkots zusammen mit den Produkten Blutmehl, Fledermaus-Guano, Bittersalz, Rohphosphat und Huminsäure hinzu und gib das letzte Mal 1 kg Erde über die Mischung. Im letzten Schritt vermischst Du dann alles gründlich.

So funktioniert der Kompostierungsprozess

Für den Kompostierungsprozess ist es erforderlich, die Erde in den nächsten sieben bis zehn Tagen mindestens einmal täglich zu mischen, bis Du keine Stellen mehr siehst, an denen die Zutaten nicht vermischt sind. Nach dieser Zeitspanne, und wenn die Erde gut vermischt ist, lagerst Du sie in einem geeigneten, geschlossenen Behälter.

Achte darauf, dass die Erde ständig feucht, aber nicht völlig nass sein muss. Feuchtigkeit ist für den weiteren Kompostierungsprozess unerlässlich. Denn wenn die Erde austrocknet, wird der gesamte Prozess gestoppt.

Bewahre die Erde für Cannabispflanzen für die nächsten 30 bis 60 Tage an einem möglichst sonnigen Ort auf. Während dieser Zeit beginnt der Boden Wärme abzugeben, was ein Zeichen dafür ist, dass Mikroorganismen die Nährstoffe effektiv abbauen (Kompost-Prozess) und alles wie vorgesehen abläuft. Nach Ablauf dieser Phase ist Deine Supererde einsatzbereit.

Für den Fall, dass Du noch bessere Ergebnisse erzielen bzw. den Prozess beschleunigen möchtest, haben wir hier noch einen Tipp für Dich: Du kannst der Mischung noch Würmer und/oder Käfer hinzufügen, die für die richtige Belüftung sorgen.

So nutzt Du Deine Cannabiserde für den Anbau

Beachte, dass Du nicht nur hochwertige Erde, sondern auch hoch konzentrierte Erde hergestellt hast. Mische deshalb 1 Teil Supererde mit 3 Teilen normaler organischer Erde. Wenn Dein Topf beispielsweise 1 kg Substrat fasst, gebe 250 g Supererde auf den Topfboden und lege 750 g normale Erde darüber.

Um der Erde nicht zu schaden, solltest Du den pH-Wert des Wassers überprüfen, das Du verwendest. Ein optimaler pH-Wert liegt zwischen 6 und 7.

Beim Cannabisanbau können natürliche Probleme auftreten. Ein solches Problem kann der Wurzelbrand (Wurzelfäule) sein, sodass die Wurzeln Deiner Cannabispflanzen absterben und diese nicht mehr ausreichend Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. Eine zu hohe Konzentration der Erde könnte Deine Setzlinge „verbrennen“ und schwächen. Deshalb empfehlen viele Grower, die Samen zunächst in organischer Erde keimen zu lassen und die Jungpflanzen nach etwa zwei bis drei Wochen umzutopfen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die unteren ⅔ mit Supererde und die oberen ⅓ mit dem ungedüngten Substrat zu füllen. Damit erreichen die Cannabispflanzen die Supererde erst, wenn sie groß genug sind. Allerdings ist das keine exakte Wissenschaft, da die Wurzelentwicklung und das Pflanzenwachstum von der Cannabissorte und den Wachstumsbedingungen abhängen.

Fertige Mischung kaufen?

Ja, es gibt natürlich fertige Supererde für den Cannabis-Anbau zu kaufen. Tatsächlich gibt es eine große Auswahl an vorgemischten Varianten. Der Kauf solcher Produkte kann Arbeit und Zeit sparen sowie eine Alternative zur eigenen Mischung sein. Bedenke aber, dass es sich immer noch um ein Massenprodukt handelt.

Die beste Erde für Cannabispflanzen ist immer noch die selbst gemachte Erde. Also mach Dir ruhig die Hände schmutzig. Du wirst es sicherlich nicht bereuen.

Tipp: In diesem Artikel erklären wir Dir, warum der richtige Erntezeitpunkt für ein starkes High entscheidend ist.

FAQ

Was ist Super Soil?

Super soil ist eine spezielle Erde für Cannabispflanzen, die in der Regel mit organischen Nährstoffen wie Knochenmehl, Blutmehl, Fledermaus-Guano sowie weiteren Zusätzen angereichert wird und für eine optimale Nährstoffversorgung der Cannabis-Pflanzen sorgt. Dank der Eigenschaften der Erde wachsen die Pflanzen in einer gesunden Umgebung und versprechen einen reichhaltigen Ertrag.

Welche Erde ist die beste für Cannabispflanzen?

Beim Cannabis anbauen hat sich die Supererde bewährt, die für eine optimale Nährstoffzufuhr in jedem Wachstumszyklus sorgt. Hingegen sollte handelsübliche Blumenerde beim Anbau nicht verwendet werden, da diese nicht über die erforderlichen Nährstoffe verfügt.

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Autorin

Alexandra Latour

Alexandra Latour hat mehr als zehn Jahre Erfahrung als Redakteurin und freiberufliche Autorin in der Health-Care-Branche. Anfang 2017 übernahm sie die Stelle als stellvertretende Chefredakteurin bei Leafly Deutschland und eignete sich in den darauffolgenden Jahren eine umfangreiche Fachexpertise in den Themen medizinisches Cannabis und frei käufliche CBD-Produkte an. Inzwischen ist Alexandra in der Cannabis-Branche fest verwurzelt und setzt sich neben ihrer Haupttätigkeit als Medizinredakteurin für die Aufklärung ein. Bitte beachten: Die Inhalte der Artikel sind ausschließlich die persönliche Meinung der Autorin und spiegeln nicht zwingend die Ansichten des gesamten Teams wider.

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