Cannabis ernten: Das Timing ist für ein starkes High entscheidend!

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Die Cannabisblüten sollen eine hohe Potenz aufweisen und damit reich an Cannabinoiden wie Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) sein. Nimmst Du die Cannabis-Ernte jedoch zu früh vor, wird der THC-Gehalt zu gering sein. Erntest Du zu spät, hat der natürliche Abbauprozess von THC zu Cannabinol (CBN) bereits angefangen. Deshalb geben wir Dir eine Anleitung und Tipps, in der Du erfährst, wann der richtige Erntezeitpunkt ist und wie Du bei der Ernte am besten vorgehst.

Vorab ein wichtiger Hinweis: Sicherlich hast Du auf manchen Cannabissamen-Verpackungen schon mal gesehen, dass dort Angaben zum Erntezeitpunkt stehen, wie zum Beispiel, dass die Cannabispflanze in X Wochen erntereif ist. Solche Angaben sind eher als allgemeiner Richtwert anzusehen, den genauen Zeitpunkt für die Ernte geben sie aber nicht wieder. Es gibt nur eins, was Dir verlässlich verrät, wann Du mit der Ernte beginnen kannst, und das sind die Trichome.

Cannabis ernten – behalte die Trichome im Blick!

Die Trichome (Harzdrüsen) einer Cannabispflanze sind winzige, glitzernde Härchen, die die Pflanze aussehen lassen, als wäre sie von einer frostigen Schicht überzogen. Diese kleinen Strukturen sitzen vor allem auf den Blüten und den Zuckerblättern (kleine, schmale Blätter, die aus den Blüten herauswachsen) und sind die Wirkstofffabriken, da sie dafür verantwortlich sind, die Cannabinoide wie THC und CBD zu produzieren.

Mit bloßem Auge siehst Du lediglich einen feinen, funkelnden Belag. Denn die Harzdrüsen sind gerade mal 10 bis 100 Mikrometer groß. Mithilfe einer Juwelierlupe, einem Taschenmikroskop oder der Lupenfunktion auf dem Smartphone wirst Du erkennen, dass sie aus einem dünnen Stiel und einer kleinen, kugelförmigen Kappe bestehen, die wie ein Mini-Pilzkopf aussieht. Ihr Aussehen verändert sich jedoch während des Reifeprozesses. Zu Beginn sind die Trichome kristallklar und werden mit der Zeit dann milchig-weiß. Am Ende sind sie dann bernsteinfarben. Dabei sagt die jeweilige Farbe auch etwas über die mögliche Wirkung der Buds aus.

Auf dem Schwarz-weiß-Bild ist eine vergrößerte Cannabispflanze mit Trichomen zu sehen, denn in dem Artikel geht es zum das Thema Cannabis ernten.
Abb. 1: Trichome verleihen der Pflanze ein weißes-frostiges Aussehen.

Kristallklare Trichome haben erst wenige Wirkstoffe produziert, sodass die Buds kaum Effekte auslösen. Milchig-weiße Trichome sollen vor allem ein energetisches Kopf-High und bernsteinfarbene Trichome ein Körper-High auslösen können. Ist das Verhältnis zwischen milchig-weißen und bernsteinfarbenen Trichomen ausgewogen, können die Blüten ein Körper- und Kopf-High verursachen.

Die meisten Grower beginnen deshalb mit dem Ernteprozess, wenn etwa 15 Prozent klar, weitere 15 Prozent bernsteinfarben sowie 70 Prozent der Trichome milchig-weiß sind. Denn dann soll der THC-Gehalt am höchsten sein.

Blätter, Blütenstempel und Blütenkelche geben ebenfalls Auskunft darüber, wann die richtige Erntezeit ist. Zwar sind sie nicht so wichtig wie die Trichome, dennoch solltest Du sie beobachten.

Sprechen wir über vergilbte Blätter. In der Wachstumsphase kann das bedeuten, dass ein Nährstoffmangel oder ein Schädlingsbefall vorliegt. In der Blütephase ist es dagegen völlig normal, dass zunächst die Fächerblätter gelb werden. Denn im letzten Lebenszyklus benötigen die Cannabisblüten alle hierin gespeicherten Nährstoffe. Sollten sich jedoch die Zuckerblätter und die Blüten gelb färben, könnte es sein, dass Du den richtigen Erntezeitpunkt verpasst hast.

Achte zudem auch auf die Blütenstempel. Zu Beginn der Blütephase kannst Du feine, weiße Härchen entdecken – das sind die Blütenstempel und die weiblichen Geschlechtsorgane der Pflanze. Reifen die Blüten, wechseln sie ihre Farbe von Weiß zu Bernstein. Wenn etwa 90 Prozent der Blütenstempel bernsteinfarben sind, soll der Höhepunkt der THC-Produktion erreicht sein, was Dich dazu veranlassen sollte, mit der Cannabis-Ernte zu beginnen.

Ein weiteres Indiz für den richtigen Erntezeitpunkt geben Dir die Blütenkelche, die während der Reifephase praller und orange werden. Sollte das der Fall sein, widme Dich den Trichomen und sieh Dir deren Farben an.

So bereitest Du die Cannabisernte vor!

Die Ernte ist jetzt zum Greifen nah und damit garantiert nichts schiefläuft und Du nicht umsonst Zeit und Arbeit mit der monatelangen Hege und Pflege Deiner Cannabispflanzen verbracht hast, solltest Du den „Erntetag“ sorgfältig auswählen.

Beim Outdoor-Anbau gilt es, einen Tag für die Ernte zu wählen, an dem es nicht regnet. Im Innenbereich ist es vorteilhaft, wenn etwa 20 Grad Celsius herrscht. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei ungefähr 50 Prozent liegen.

Bevor Du mit der Cannabisernte beginnst, ist es sinnvoll, wenn Du verschiedene Geräte und andere Dinge griffbereit hast. Du brauchst auf jeden Fall eine scharfe Schere (Trimmschere), Gartenhandschuhe und einen Sammelbehälter für die Äste. Das kann beispielsweise ein normaler Karton sein. Des Weiteren benötigst Du Utensilien für den Trocknungsprozess wie eine Wäscheleine oder einen Kräutertrockner. Zu guter Letzt brauchst Du noch luftdichte Gläser für Deine Buds. Nimm hierfür Einmach- oder Marmeladengläser.

Cannabis ernten – darauf musst Du jetzt achten!

Nimm Dir ausreichend Zeit für die Ernte Deiner Lieblinge und gehe wie folgt vor:

Schritt 1: Äste vorsichtig abschneiden

Auf dem Schwarz-weiß-Bild sind Cannabispflanzen sowie ein paar Hände zu sehen, die die Pflanzen beschneiden. Denn beim Cannabis ernten müssen erst vorsichtig die Äste abgeschnitten werden.
Abb. 2: Cannabisernte: Äste abschneiden.

Beginne mit dem Abschneiden der blütentragenden Äste, wenn Deine Pflanzen hochgewachsen sind. Setze die Schere in der Nähe der Nodien (Knoten) an, also an der Stelle, wo der Ast auf den Stängel trifft. Lege die Äste behutsam in Deinen Sammelbehälter.

Kleine Cannabispflanzen kannst Du einfach ganz abschneiden, bzw. etwa sieben bis zwölf Zentimeter über dem Erdboden und in einem Winkel von 45 Grad. Entferne danach die einzelnen Äste mit den Blüten.

Schritt 2: Aufhängen der abgeschnittenen Äste/Trocknen der Buds

Es wäre keine gute Idee, wenn Du die Buds jetzt rauchst oder verdampfst – ein rauer Zug mit kaum Geschmack, könnte einen Hustenanfall auslösen. Grund hierfür ist, dass die Blüten sehr viel Feuchtigkeit enthalten. Um diese zu reduzieren, musst Du die Äste zum Trocknen aufhängen, und zwar umgekehrt. Achte darauf, dass zwischen den Ästen immer genug Abstand ist.

Wähle einen dunklen und trocknen Ort zum Aufhängen der Äste. Sorge dafür, dass die Temperatur in dem Raum ungefähr 20 Grad Celsius beträgt. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte ungefähr bei 50 Prozent liegen. Aber Achtung: Es besteht dennoch eine Fäulnisgefahr. Hiergegen hilft ein oszillierender Ventilator.

Die Trocknungsphase dauert ungefähr sieben bis zwölf Tage, je nachdem wie groß Deine Buds sind. Um zu prüfen, ob Deine Blüten ausreichend getrocknet sind, hilft ein kleiner Test: Nimm einen kleinen Zweig zwischen die Finger und verbiege ihn. Sollte der Zweig „knacken“, war der Trocknungsprozess erfolgreich.

Schritt 3: Fächerblätter trimmen

Auf dem Schwarz-weiß-Bild ist eine Nahaufnahme der Fächerblätter einer Cannabispflanze um die Blüte herum zu sehen mit Highlights in Orange. Beim Cannabis ernten müssen diese Fächerblätter getrimmt werden.
Abb. 3: Cannabis ernten: Fächerblätter trimmen.

Beim Trimmen der Fächerblätter – also dem Entfernen der großen Blätter von den Pflanzen – gibt es zwei Methoden: Trocken-Trimmen und Nass-Trimmen.

Beim Nasstrimmen geht es sofort nach der Ernte los! Die Fächerblätter werden frisch und direkt von der noch feuchten Pflanze abgeschnitten. Der Vorteil: Die Blätter lassen sich einfach entfernen, weil sie noch saftig sind, und die Blüten trocknen später oft gleichmäßiger. Für viele Grower ist das Nasstrimmen auch einfach bequemer, da die Pflanze noch „griffig“ ist. Der Nachteil? Es kann eine klebrige Angelegenheit sein, und man muss schnell arbeiten, damit die Buds nicht anfangen zu schimmeln.

Beim Trockentrimmen wartet man dagegen erst mal ab und lässt die Pflanze mit den Blättern in Ruhe trocknen. Nach ein paar Tagen – wenn die Blätter trocken und brüchig sind – werden sie dann vorsichtig entfernt. So haben die Blätter die Blüten beim Trocknen geschützt, was die Aromen und die Qualität verbessern kann. Allerdings kann es etwas kniffliger und zeitaufwendiger sein, weil die Blätter brüchig sind und leichter zerbröseln.

Kurz gesagt: Nasstrimmen ist schneller und einfacher direkt nach der Ernte, während Trockentrimmen das Aroma oft besser bewahrt, aber ein bisschen Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert.

Vielleicht noch als kleiner Tipp: Bewahre die abgeschnittenen Fächerblätter auf. Hieraus lässt sich Cannabis-Tee oder auch Cannabis-Butter herstellen.

Schritt 4: Aushärtung der Blüten

Die Trocknung ist abgeschlossen und es wird Zeit für die Aushärtung der Buds, die Du in Deine Gläser legst. Achte darauf, dass die Gläser nur zu 3/4 gefüllt sind, damit sich kein Mehltau oder Schimmel bildet. Stelle die Gläser dann für mindestens zwei Wochen in einen dunklen Raum. Grundsätzlich gilt: Je länger die Buds aushärten, desto höher die Qualität und desto besser der Geschmack. Professionelle Grower lassen ihre Blüten mindestens vier bis acht Wochen lang aushärten.

Das ist jetzt aber noch kein Grund, sich entspannt zurückzulehnen. Deine Arbeit ist noch nicht getan. Deine Blüten brauchen jeden Tag frische Luft, weshalb Du die Gläser kurz öffnen musst. Prüfe zudem, ob sich Schimmel gebildet hat. Sollte das der Fall sein, nimm die betroffene Blüte sofort aus dem Glas.

Zusammenfassung zur Cannabisernte

Beim Anbauen Deiner Pflanzen hast Du viel Zeit, Mühe, Arbeit und Liebe investiert. Damit all dies nicht umsonst war, ist es notwendig, noch mal das Gleiche in das Ernten zu stecken. Nur dann wirst Du am Ende mit dem Ergebnis zufrieden sein.

Der richtige Zeitpunkt spielt beim Cannabis ernten eine sehr wichtige Rolle. Nutze als Indikator die Trichome. Sind diese zu 15 Prozent klar, zu weiteren 15 Prozent bernsteinfarben und zu 70 Prozent milchig-weiß, kannst Du mit der Ernte beginnen. Dieser Prozess besteht aus dem Abschneiden der Äste und dem Aufhängen zum Trocknen, dem Trimmen der Fächerblätter und dem Aushärten der Blüten. Viele Wochen später wirst Du dann Deine Buds genießen können!

Tipp: Wir stellen Dir in diesem Artikel fünf Cannabissorten vor, die Du ganz leicht selbst anbauen kannst.

FAQ

Wie sieht eine erntereife Cannabispflanze aus?

Darauf ist zu achten, um den richtigen Erntezeitpunkt zu bestimmen: Milchig-weiße und bernsteinfarbene Trichome sollten überwiegen, bzw. ernten Grower dann, wenn jeweils 15 Prozent der Trichome milchig-weiß und klar sind und die restlichen 70 Prozent bernsteinfarben. Zudem sollten ungefähr 90 Prozent der Blütenstempel bernsteinfarben sein.

Wann soll man Cannabis nach der Ernte rauchen?

Nach der Cannabis-Ernte enthalten die Blüten sehr viel Feuchtigkeit. Das Rauchen oder Verdampfen dieser Blüten wäre unangenehm rau und könnte zu einem Hustenanfall führen. Erst nach dem Aushärten der Buds, sind sie „rauchfähig“. Dabei sollte der Aushärtungsprozess mindestens zwei Wochen dauern, am besten vier bis sechs Wochen.

Was passiert, wenn man Cannabis zu früh erntet?

Wenn Cannabis zu früh geerntet wird, ist der Höhepunkt der THC-Produktion noch nicht erreicht. Bei einer zu späten Ernte hat der Abbau von THC zu CBN bereits begonnen. In beiden Fällen ist die maximale Menge an THC nicht vorhanden. Um das stärkste High zu erhalten, muss zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden.

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Autorin

Alexandra Latour

Alexandra Latour hat mehr als zehn Jahre Erfahrung als Redakteurin und freiberufliche Autorin in der Health-Care-Branche. Anfang 2017 übernahm sie die Stelle als stellvertretende Chefredakteurin bei Leafly Deutschland und eignete sich in den darauffolgenden Jahren eine umfangreiche Fachexpertise in den Themen medizinisches Cannabis und frei käufliche CBD-Produkte an. Inzwischen ist Alexandra in der Cannabis-Branche fest verwurzelt und setzt sich neben ihrer Haupttätigkeit als Medizinredakteurin für die Aufklärung ein. Bitte beachten: Die Inhalte der Artikel sind ausschließlich die persönliche Meinung der Autorin und spiegeln nicht zwingend die Ansichten des gesamten Teams wider.

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