Angststörungen: Kann medizinisches Cannabis helfen?

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Freude, Liebe, Zufriedenheit, Dankbarkeit, Trauer, Wut oder Ärger – Gefühle gibt es viele. Die Angst gehört ebenso dazu und ist für unser Überleben besonders wichtig. Nehmen wir eine Bedrohung wahr, aktiviert sie das Kampf-oder-Flucht-System und der Körper setzt Stresshormone wie Adrenalin frei. Diese helfen uns, schnell zu reagieren, sei es durch Flucht, Verteidigung oder eine andere Schutzmaßnahme. Zudem schärft die Angst unsere Sinne, was besonders in Situationen nützlich ist, in denen wir schnell handeln müssen. Sowohl das Gefühl Angst als auch die damit verbundenen körperlichen Empfindungen sind völlig normal.

Wenn die Angst jedoch überhand nimmt und in nicht bedrohlichen Situationen auftritt – quasi „aus heiterem Himmel“ – und die körperlichen Auswirkungen der Angst als gefährlich bewertet werden, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Angststörung vor.

Welche körperlichen Reaktionen entstehen durch Angst?

Angst löst im Körper zahlreiche Reaktionen aus, die darauf abzielen, uns auf eine potenzielle Gefahr vorzubereiten. Das autonome Nervensystem übernimmt hier die Steuerung von grundlegenden Funktionen, die für unser Überleben wichtig sind, wie zum Beispiel den Herzschlag, die Atmung, die Verdauung und die Temperaturregulation. Unterteilt wird dieses in den Sympathikus und Parasympathikus, die gegensätzlich wirken.

Das sympathische Nervensystem aktiviert den Körper in Stress- oder Gefahrensituationen und löst folgende Symptome bzw. Reaktionen aus:

  • Herz-Kreislauf-System: Damit mehr Sauerstoff und Energie bereitstehen, erhöht sich die Herzfrequenz und der Blutdruck. Zudem wird der größte Teil des Blutes von den Verdauungsorganen zu den Muskeln geleitet.
  • Atmung: Es stellt sich eine Hyperventilation, also eine schnellere und flachere Atmung ein, um mehr Sauerstoff zu erhalten. Das führt zu dem Gefühl von Atemnot und Enge in der Brust. Zusätzlich kann eine leichte Benommenheit auftreten.
  • Muskulatur: Die Muskelanspannung nimmt zu, um auf körperliche Aktionen wie Flucht oder Verteidigung vorbereitet zu sein. Infolge dessen treten Zittern oder Muskelzittern auf.
  • Schweißproduktion: Um den Körper vor einer Überhitzung zu schützen, kommt es zu vermehrtem Schwitzen in Form von kaltem Schweiß.
  • Magen-Darm-Trakt: Die Verdauung wird unterdrückt, was zu Magenkrämpfen und Übelkeit führen kann. Da die Speichelproduktion gehemmt wird, kommt es zu Mundtrockenheit.
  • Haut und Sinnesorgane: Da das Blut in lebenswichtige Organe und Muskeln umgeleitet wird, kann eine Blässe auftreten. Die Pupillen weiten sich und es kommt zu einer gesteigerten Wachsamkeit.
  • Hormone: Der Körper schüttet Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus, um mehr Energie zu mobilisieren.

Das parasympathische Nervensystem beruhigt den Körper nach Stress, verlangsamt den Herzschlag, fördert die Verdauung und hilft uns, uns zu entspannen. Deshalb wird es auch als „Ruhe-und-Verdauung“-System bezeichnet.

Formen von Angststörungen

Hinter dem Begriff Angststörung verbergen sich verschiedene psychische Störungen, bei denen Angstsymptome auftreten. Dabei haben alle Angststörungen gemeinsam, dass sie das Wohlbefinden und die Lebensqualität enorm einschränken können. Hier ein kurzer Überblick über verschiedene Angststörungen.

Generalisierte Angststörung

Menschen, die unter einer generalisierten Angststörung leiden, plagen permanent diffuse Ängste und Sorgen, oft ohne klaren Grund oder in Bezug auf viele alltägliche Bereiche wie Gesundheit, Finanzen, Familie oder Arbeit. Dabei sind die Sorgen so intensiv, dass sie nur noch schwer zu kontrollieren sind. Häufig treten Begleitsymptome wie Muskelverspannungen, Schlafstörungen, Ruhelosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, schnelle Ermüdung und Herzrasen auf.

In schwer ausgeprägten Fällen kommt es hierdurch zu so starken Einschränkungen, dass Betroffene große Schwierigkeiten haben, ihre alltäglichen Aufgaben zu bewältigen.

Zwangsstörung

Die Zwangsstörung gehört ebenfalls zu den Angsterkrankungen und äußert sich in Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind unerwünschte, aufdringliche und oft belastende Gedanken, Vorstellungen oder auch Impulse, die immer wieder auftreten. Beispielsweise befürchten Betroffene, jemandem zu schaden, obwohl sie dies nicht wollen. Hingegen sind Zwangshandlungen wiederholte, ritualisierte Verhaltensweisen, die meist infolge der Zwangsgedanken ausgeführt werden, um Angst oder Unwohlsein zu reduzieren, wie zum Beispiel das ständige Überprüfen, ob die Tür abgeschlossen ist, oder exzessives Händewaschen aus Angst vor Keimen.

Phobien

Mediziner unterscheiden zwischen drei Hauptformen von Phobie: Bei der Agoraphobie (Platzangst) haben Menschen Angst vor Menschenmengen, geschlossenen Räumen oder unbekannten Orten. Sie fürchten sich vor allem vor Situationen, die sie nicht kontrollieren oder aus denen sie nicht flüchten können. Dabei können sich die Angstgefühle bis zu einer Panikattacke steigern.

Eine weitere Form ist die soziale Phobie. Hier fürchten sich Menschen vor einer Blamage oder Ablehnung, zum Beispiel in einem Gespräch oder beim Essen in der Öffentlichkeit. Oftmals gehen Sozialphobien auch mit körperlichen Beschwerden einher. Typische Symptome sind Erröten, Zittern, Schwitzen oder Herzrasen in sozialen Interaktionen.

Darüber hinaus gibt es noch spezifische Phobien, bei denen es einen Auslöser gibt. Hierzu gehören zum Beispiel die Flugangst, Höhenangst, Klaustrophobie oder die Spinnen-Phobie.

Panikstörung

Bei einer Panikstörung erleben betroffene Personen massive Angstattacken und geraten regelrecht in Panik. Solch eine Panikattacke kann unerwartet und plötzlich oder aber in bestimmten Situationen ausgelöst werden. Begleitet wird die Panik von heftigen körperlichen Symptomen, wie zum Beispiel Atembeschwerden, Engegefühl in der Brust, Schweißausbrüche und Übelkeit. Betroffene haben zudem oft das Gefühl der Unwirklichkeit und Furcht, zu sterben. Dabei klingen die Symptome in der Regel in weniger als einer halben Stunde ab.

Sonstige Angststörungen

Zu den sonstigen Angsterkrankungen gehört unter anderem die Krankheitsangst (Hypochondrie), bei der betroffene Personen unter permanenter Angst leben und befürchten, an einer schweren oder tödlichen Krankheit zu leiden. Harmlose körperliche Symptome werden als gefährlich bewertet und auch der Besuch beim Arzt schafft nur eine kurze Beruhigung. Auch die Herzneurose gehört zu den sonstigen Störungen, bei der Betroffene befürchten, einen Herzinfarkt zu erleiden. Zwar zeigen sich Symptome wie Atemnot und Herzrasen, eine organische Ursache lässt sich jedoch nicht finden.

Ursachen von Angststörungen

Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Theorien dazu, wie eine Angststörung entsteht. Zum einen könnte die Ursache darin zu finden sein, dass Betroffene nicht gelernt haben, mit Angstgefühlen umzugehen, und zum anderen könnte das vegetative Nervensystem von Angstpatienten sensibler auf Reize reagieren. Eine andere Theorie lautet, dass die Ängste erlernt werden. Wenn beispielsweise ein Kind sieht, wie sich die Mutter vor einer Spinne fürchtet, könnte das Kind dieses Verhalten übernehmen bzw. erlernen.

Des Weiteren gibt es natürlich auch verschiedene Faktoren, die Angst auslösen können. Hierzu gehören unter anderem starke seelische Belastungen oder Traumata. Auch bestimmte Erkrankungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine Schilddrüsenerkrankung, können als Auslöser infrage kommen, ebenso verschiedene Medikamente, die in den Hormonhaushalt eingreifen oder die Einfluss auf die Nervenfunktionen haben. Der Konsum von Drogen wie Alkohol, Kokain, Amphetaminen, LSD und auch Cannabis können ebenfalls ursächlich sein.

In der Regel gibt es nicht die eine Ursache. Vielmehr spielen viele verschiedene Faktoren bei der Entstehung einer Angsterkrankung eine Rolle.

Behandlung von Angststörungen

Eine bewährte Behandlungsoption bei Angstzuständen ist die Verhaltenstherapie, da sich hiermit angstauslösende Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster herausarbeiten lassen, die dann verändert werden können. Bei einigen Angststörungen und Sozialphobien kann auch die Konfrontationstherapie hilfreich sein. Hier setzt sich der Patient bewusst der angstauslösenden Situation aus und wird dabei von einem Therapeuten begleitet. Die Erfahrung, dass keine Katastrophe passiert, wird im Gehirn abgespeichert. Durch mehrere Konfrontationen soll so die Angst abnehmen.

Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehört auch die Psychotherapie, bei der zugrunde liegende Konflikte oder frühere Erfahrungen verarbeitet werden, die Angst verursachen.

Neben diesen Therapien können Betroffene auch selbst Maßnahmen ergreifen, die dabei helfen, Ängste und die innere Anspannung zu verringern. Um die Unruhe zu reduzieren, helfen Übungen wie progressive Muskelentspannung, Atemtechniken oder Yoga. Wichtig ist zudem regelmäßige Bewegung und Sport, um aus der „Angststarre“ herauszukommen. Außerdem wird durch körperliche Aktivitäten das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet.

Medikamente gegen Angstzustände

Es gibt keine speziellen „Angstmedikamente“, die Angsterkrankungen „heilen“ können. Man darf hier nicht vergessen, dass Angst „nur“ ein Gefühl ist, das zwar übermäßig auftritt und für Beeinträchtigungen im Leben sorgt, jedoch von einem selbst erlernt wurde und mithilfe einer Therapie auch wieder verlernt werden kann, bzw. lernen Betroffene, dieses anders zu bewerten, sodass sie besser damit umgehen können.

In schweren Fällen, beispielsweise dann, wenn starke Angstzustände im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) auftreten, können für einen kurzen Zeitraum Benzodiazepine (z. B. Diazepam oder Lorazepam) eingesetzt werden. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Medikamenten, die die Wirkung des Neurotransmitters GABA im Gehirn verstärken, der beruhigend auf das Nervensystem wirkt. Dadurch wird die Übererregung der Nerven gedämpft.

In der Behandlung von Angststörungen sollten diese stark beruhigenden und angstlösenden Medikamente nur als kurzfristige Übergangslösung zum Einsatz kommen, da die langfristige Einnahme zu einer Abhängigkeit führt. Daneben verursachen sie auch Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen und Schwindel. Hier ist also äußerste Vorsicht geboten.

Oftmals erfolgt die Verschreibung von Antidepressiva, wobei auch diese lediglich der Unterstützung dienen. Besonders häufig werden selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI wie Sertralin oder Escitalopram verordnet, weil sie die zugrunde liegenden Prozesse im Gehirn beeinflussen, die mit Angst und Stress in Verbindung stehen. Auch wenn sie ursprünglich zur Behandlung von Depressionen entwickelt wurden, können sie Angstgefühle reduzieren, wobei ihre Wirksamkeit wissenschaftlich nicht eindeutig bewiesen ist. Erschwerend kommt hinzu, dass es vier bis sechs Wochen dauert, bis Antidepressiva Effekte entfalten. Nicht zu unterschätzen sind auch die Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Nervosität, Zittern, Schwindel und paradoxer Weise auch Angstzustände.

Auf dem Schwarz-weiß-Bild ist ein Gehirn mit farblichen Highlights in Orange zu sehen. Im Hintergrund sieht man verschwommen Cannabisblätter und Rauch, da es in dem Artikel um Angststörungen und Cannabis geht.
Abb. 1: Angst entsteht im limbischen System im Gehirn und kann vom ECS reguliert werden.

Zusammenhang zwischen dem Endocannabinoid-System und Emotionen

Das Endocannabinoid-System (ECS) ist als Teil des Nervensystems ein entscheidendes Regulierungssystem im Organismus, das aus den Hauptrezeptoren, dem Cannabinoid-Rezeptor 1 (CB1) und dem Cannabinoid-Rezeptor 2 (CB2), den endogenen Liganden (Endocannabinoide), die an diese Rezeptoren binden, hauptsächlich Anandamid und 2-Arachidonoylglycerin (2-AG), und den Enzymen, die für ihre Synthese und ihren Abbau verantwortlich sind, besteht.

Bei der Regulierung von Angst, Stress und Furcht spielt das ECS eine entscheidende Rolle. CB1-Rezeptoren lassen sich in der Amygdala nachweisen. Dieser mandelförmige Bereich im Gehirn ist Teil des limbischen Systems, das für die Verarbeitung von Emotionen, insbesondere Angst, Furcht und Stress verantwortlich ist. Sie bewertet potenziell bedrohliche Reize und löst entsprechende Reaktionen aus, wie die Aktivierung der Kampf-oder-Flucht-Reaktion. Außerdem ist die Amygdala an der emotionalen Verarbeitung von Erinnerungen beteiligt und verknüpft Erlebnisse mit Gefühlen. Diese Funktionen machen sie zu einem wichtigen Schaltzentrum für die emotionale Regulation und das Überleben.

Durch die Aktivierung der Cannabinoid-Rezeptoren 1 wird die Überaktivität in der Amygdala gehemmt und über noch ungeklärte Mechanismen wird die Angst abgebaut oder auch verstärkt. Da das Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC) aus der Cannabispflanze hauptsächlich an die CB1-Rezeptoren bindet, könnte das erklären, warum Cannabis Ängste reduzieren, aber auch auslösen kann.[1]

CBD gegen Angstzustände

Cannabidiol (CBD) verursacht im Gegensatz zu THC keine berauschende Wirkung und hat in der Forschung großes Interesse geweckt, vor allem für die Behandlung von Angsterkrankungen. Verschiedene Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass CBD bei einer generalisierten Angststörung, Panikattacken, Sozialphobien und Zwangsstörungen hilfreich sein könnte. Sehen wir also einige Studien mal an.

An einer Studie nahmen 72 Patienten teil, die unter Angst- und Schlafstörungen litten und CBD erhielten. Die Angstwerte verringerten sich bei 57 Patienten innerhalb des ersten Monats und blieben während der gesamten Studiendauer unverändert niedrig. Hingegen verbesserten sich die Schlafwerte innerhalb des ersten Monats bei 48 Patienten, schwankten jedoch im Laufe der Zeit.[2]

Interessant ist eine weitere Studie, auch wenn hier nur zehn Patienten teilnahmen. Hier wurde erstmals untersucht, wie CBD auf pathologische Angst und die Gehirnaktivität bei Menschen mit sozialer Angststörung wirkt. Die unbehandelten Patienten erhielten entweder 400 mg CBD oder ein Placebo. Ihre Gehirnaktivität wurde mittels Bildgebung gemessen. Die Forscher stellten fest, dass CBD die Angst deutlich reduzierte und Hirnareale wie den Hippocampus beeinflusste, die mit Gefühlen verbunden sind. Dies legt nahe, dass CBD angstlindernde Eigenschaften besitzen kann.[3]

Der genaue Wirkmechanismus von CBD gegen Angstzustände wurde noch nicht vollständig entschlüsselt. Die Ergebnisse einer Studie an Ratten deuten darauf hin, dass CBD mit dem Serotonin (5-HT)1A-Rezeptor interagiert und es so zur Reduzierung der Angst kommt.[4] Das Gleiche bestätigt auch eine weitere Studie. Hier heißt es zudem, dass CBD ein positives Nutzen-Risiko-Profil zeigt und dass die Entwicklung groß angelegter Studien wichtig sei, um die Wirksamkeit von CBD zu bestätigen.[5]

Cannabiskonsum und Angst

Die Cannabinoide aus der Cannabis-Pflanze wirken auf die Psyche. Wie genau die Wirkung ausfällt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab wie der Cannabissorte, dem THC- und CBD-Verhältnis, der Dosis und auch davon, wie Cannabis konsumiert wird (Rauchen, Verdampfen, Essen). Aber auch individuelle Faktoren spielen eine wichtige Rolle – vor allem die Erwartungshaltung.

Menschen mit einer Angststörung sind sehr sensibel und werden sich vermutlich viele Gedanken darüber machen, wie Cannabis bei ihnen wohl wirkt. Da sie wissen, dass Cannabis auch negative Effekte wie Angst entfalten kann, werden sie mit einer gewissen Besorgnis an die Sache herangehen. Das kann wiederum dafür sorgen, dass nach der Anwendung von Cannabis genau das eintritt, was sie befürchten.

Welche Cannabissorten gegen Ängste?

Von der Verwendung einer Sorte mit einem sehr hohen THC-Gehalt sollte abgesehen werden. Selbst regelmäßige Cannabiskonsumenten können bei solch einer Sorte unangenehme Nebenwirkungen bzw. den typischen „Bad-Trip“ erleiden. Ratsam ist es eher, eine Cannabissorte auszuwählen, die einen CBD- und niedrigen THC-Gehalt aufweist.

Am besten lässt man sich hier von einem Arzt beraten und begleiten, wenn medizinisches Cannabis als Therapieoption infrage kommt.

Frei käufliche Cannabis-Produkte als Alternative?

Freikäufliche Cannabis-Produkte wie CBD-Öl dürfen nicht mit medizinischem Cannabis gleichgesetzt werden. Denn diese Produkte werden aus Nutzhanf hergestellt, der nur einen sehr geringen THC-Anteil besitzt. Der CBD-Anteil liegt bei maximal fünf bis sechs Prozent. Zudem gibt es für CBD-Produkte keine standardisierten Herstellungsverfahren, sodass es erhebliche Unterschiede in der Qualität gibt.

Wenn Cannabidiol (CBD) in Studien zum Einsatz kommt, wird hierfür in aller Regel synthetisch hergestelltes CBD genutzt und das in hohen Dosen. Solch eine hohe Dosis ist mit freikäuflichen CBD-Produkten nicht erreichbar.

Viele Menschen, die unter Ängsten und Panikattacken leiden, machen mit CBD-Produkten gute Erfahrungen und berichten von einer positiven Wirkung. Ob diese nun Placebo-Effekten zuzuschreiben sind oder tatsächlich einer Wirkung, lässt sich weder widerlegen noch bestätigen. Aufgrund dessen, dass CBD-Produkte meist gut verträglich sind und kaum Nebenwirkungen haben, stellen sie auf jeden Fall eine bessere Hilfe dar als Benzodiazepine oder Antidepressiva.

Zusammenfassung zu Angststörungen und medizinisches Cannabis

Es gibt verschiedene Formen von Angststörungen wie die generalisierte Angststörung, Panikstörungen, Zwangsstörungen oder Phobien. Die Symptome sind sehr belastend und können das Leben so stark beeinträchtigen, dass betroffene Menschen ihrem Alltag nicht mehr nachgehen können. Mithilfe einer Therapie lassen sich Angststörungen jedoch gut behandeln, auch wenn es Motivation und Geduld erfordert. Hingegen sollte die Behandlung mit Medikamenten nur in schweren Fällen als Unterstützung erfolgen.

Die Forschung legt nahe, dass Cannabidiol (CBD) angstlösende Eigenschaften entfalten kann, sodass CBD als unterstützende Therapieoption in Erwägung gezogen werden könnte. Dies sollte jedoch mit einem Arzt abgesprochen werden.

Weitere Informationen zum Thema psychische Erkrankungen und medizinisches Cannabis enthält dieser Artikel.

Die Inhalte dieses Artikels sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und stellen weder eine Beratung noch eine Anwendungsempfehlung für Medikamente, Cannabis oder andere Produkte dar. Auch dienen die Inhalte nicht zur Erstellung einer eigenständigen Diagnose oder Auswahl einer Behandlungsmethode. Für Schäden oder Ähnliches, die durch die Nutzung der Inhalte entstehen, kann Greensby weder direkt noch indirekt haftbar bzw. zur Verantwortung gezogen werden. Wir empfehlen grundsätzlich, das Gespräch mit einem Arzt zu suchen.

FAQs

Was löst eine Angststörung aus?

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die Angststörungen auslösen können, wie eine genetische Veranlagung, seelische Probleme, Stress, Traumata, Drogen, Erkrankungen und bestimmte Medikamente. Meist ist es ein Zusammenspiel aus vielen verschiedenen Faktoren, die zur Entstehung von Angststörungen beitragen.

Welche Cannabissorte hilft gegen Angstzustände?

Wer unter Angstzuständen leidet, sollte grundsätzlich vorsichtig beim Cannabiskonsum sein. Denn bekanntlich kann Cannabis auch auslösen, insbesondere dann, wenn der THC-Anteil hoch ist. Deshalb ist es ratsam, eher eine Sorte zu wählen, die einen höheren CBD-Anteil besitzt, da das Cannabinoid eine angstlösende Wirkung entfalten kann.

Kann CBD bei Angststörungen helfen?

Bei einer Angststörung sollte stets die psychotherapeutische Behandlung im Vordergrund stehen. Cannabidiol (CBD) kann eine unterstützende Option sein, um die Angstsymptome zu lindern. Das legen verschiedene Studien nahe. Die Einnahme sollte jedoch nur in Absprache mit dem Arzt oder dem Therapeuten erfolgen.

Quellen

[1] Maldonado R, Cabañero D, Martín-García E. The endocannabinoid system in modulating fear, anxiety, and stress
. Dialogues Clin Neurosci. 2020 Sep;22(3):229-239. doi: 10.31887/DCNS.2020.22.3/rmaldonado. PMID: 33162766; PMCID: PMC7605023, Download vom 07.12.2024 von https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7605023/

[2] Shannon S, Lewis N, Lee H, Hughes S. Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series. Perm J. 2019;23:18-041. doi: 10.7812/TPP/18-041. PMID: 30624194; PMCID: PMC6326553, Download vom 07.12.2024 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30624194/

[3] Crippa JA, Derenusson GN, Ferrari TB et. al, Neural basis of anxiolytic effects of cannabidiol (CBD) in generalized social anxiety disorder: a preliminary report. J Psychopharmacol. 2011 Jan;25(1):121-30. doi: 10.1177/0269881110379283. Epub 2010 Sep 9. PMID: 20829306, Download vom 07.12.2024 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20829306/

[4] De Gregorio D, McLaughlin RJ, Posa L et. al, Cannabidiol modulates serotonergic transmission and reverses both allodynia and anxiety-like behavior in a model of neuropathic pain. Pain. 2019 Jan;160(1):136-150. doi: 10.1097/j.pain.0000000000001386. PMID: 30157131; PMCID: PMC6319597, Download vom 07.12.2024 von https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6319597/

[5] García-Gutiérrez MS, Navarrete F, Gasparyan A et. al, Cannabidiol: A Potential New Alternative for the Treatment of Anxiety, Depression, and Psychotic Disorders. Biomolecules. 2020 Nov 19;10(11):1575. doi: 10.3390/biom10111575. PMID: 33228239; PMCID: PMC7699613, Download vom 07.12.2024 von https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7699613/

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Autorin

Alexandra Latour

Alexandra Latour hat mehr als zehn Jahre Erfahrung als Redakteurin und freiberufliche Autorin in der Health-Care-Branche. Anfang 2017 übernahm sie die Stelle als stellvertretende Chefredakteurin bei Leafly Deutschland und eignete sich in den darauffolgenden Jahren eine umfangreiche Fachexpertise in den Themen medizinisches Cannabis und frei käufliche CBD-Produkte an. Inzwischen ist Alexandra in der Cannabis-Branche fest verwurzelt und setzt sich neben ihrer Haupttätigkeit als Medizinredakteurin für die Aufklärung ein. Bitte beachten: Die Inhalte der Artikel sind ausschließlich die persönliche Meinung der Autorin und spiegeln nicht zwingend die Ansichten des gesamten Teams wider.

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