Urteil gegen DrAnsay: Keine Werbung mehr für Cannabis-Rezepte

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Die Online-Plattform DrAnsay, die für ihre unkomplizierte Vergabe von Cannabis-Rezepten bekannt war, darf nicht mehr in der bisherigen Form für telemedizinische Behandlungen und die Verschreibung von medizinischem Cannabis werben. Das hat das Landgericht Hamburg entschieden. Hintergrund ist eine Klage der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR), die Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz (HWG) geltend machte.

Gericht verbietet Werbeversprechen

Bislang bewarb DrAnsay sein Angebot mit Slogans wie „Cannabis + Rezept einfach, schnell & günstig erhalten“ oder „Starte jetzt deine Cannabis Journey“ – eine Werbestrategie, die sich insbesondere an Menschen richtete, die eine legale Möglichkeit zum Erwerb von Medizinalcannabis suchten, ohne dafür den klassischen Weg über einen Arzt gehen zu müssen. Diese Art der Werbung sieht das Gericht jedoch als unzulässig an. Es betont, dass bei der Verschreibung von medizinischem Cannabis ein persönlicher Arztkontakt erforderlich sei, da erhebliche Risiken wie Suchtpotenzial, Gesundheitsgefahren und Nebenwirkungen bestehen.

Verbotene Publikumswerbung und Konsequenzen

Das Gericht sieht zudem einen Verstoß gegen das Werbeverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Laut HWG ist es untersagt, verschreibungspflichtige Medikamente direkt gegenüber Endverbrauchern zu bewerben – und genau das sei bei DrAnsay der Fall gewesen. Selbst die allgemeine Werbung für medizinisches Cannabis ohne Bezug auf eine spezifische Sorte fällt laut Gericht unter dieses Verbot.

DrAnsay und sein Betreiber Can Ansay haben nun nicht nur die Auflage, ihre Werbung einzustellen, sondern müssen auch eine Strafe von 1.006,34 Euro an die AKNR zahlen und die Verfahrenskosten übernehmen. Sollte das Urteil missachtet werden, drohen empfindlichere Konsequenzen: eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Euro oder sogar eine sechsmonatige Haftstrafe.

Das Ende der einfachen Cannabis-Rezepte?

Mit dieser Entscheidung verliert DrAnsay einen entscheidenden Vorteil für Kunden, die sich ihr Rezept ohne große Hürden sichern wollten. Ob und wie die Plattform ihr Geschäftsmodell anpassen wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist aber: Wer weiterhin auf einfache und unkomplizierte Wege hofft, um an medizinisches Cannabis zu kommen, muss sich auf strengere Regeln einstellen – oder nach alternativen Lösungen suchen.

Quellenverzeichnis

  • 1 https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/news/artikel/2025/03/11/aknr-erfolgreich-gegen-dr-ansay

  • 2 https://www.bild.de/news/inland/gras-auf-rezept-werbeverbot-und-geldstrafe-fuer-cannabis-website-67d068fd4c19eb7ef7d3ef0c

  • 3 https://www.pharmazeutische-zeitung.de/aknr-gewinnt-gegen-dr-ansay-153757/

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Autor

Robert Meister

Robert Meister arbeitet seit dem Ende seines Studiums (Technikjournalismus/PR) dauerhaft in der Cannabisbranche. Mit nun über acht Jahren Arbeitserfahrungen als Redakteur, Übersetzer, Berater und Mitarbeiter in mehreren Grow-, Head-, und CBD-Shops kennt er die Branche wie seine (immer vollgekrümmelte...) Westentasche und ist vor allem für seine locker-lustige, aber immer kritische Schreibweise bekannt. Bitte beachten: Die Inhalte der Texte sind ausschließlich die persönliche Meinung des Autors und spiegeln nicht zwingend die Ansichten des gesamten Teams wider.

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