Warum wirken Augen nach dem Konsum von Cannabis rot?

Der Konsum von Cannabis kann eine Erweiterung der Blutgefäße in den Augen bewirken – die Folge sind die typischen “roten Augen”. Die psychoaktiven Verbindungen in Cannabis, insbesondere Tetrahydrocannabinol (THC), haben eine vasodilatatorische Wirkung, wodurch sich die Blutgefäße im Körper erweitern.

Werden die Blutgefäße im Auge erweitert, fließt mehr Blut durch sie hindurch, was zu einer sichtbaren Rötung des Auges führt. Die typischen roten Augen sind eine der bekanntesten Nebenwirkungen des Cannabis-Konsums.

Es ist aber wichtig zu beachten, dass nicht jeder Mensch, der Cannabis konsumiert, sofort rote Augen bekommt! Und, was man nicht vergessen sollte: Es gibt natürlich noch andere Faktoren, die zu roten Augen führen, wie zum Beispiel Allergien, trockene Augen oder schlichte Augenreizungen… beispielsweise durch zu viel Chlor im Schwimmbad-Wasser!

Abb.1: Auch wenn man als Jugendlicher natürlich schlauer ist als die eigenen Eltern: Die oft genutzte Ausrede mit dem “zu viel Chlor im Schwimmbad” ist älter als so mancher Konsument.

Da in Deutschland der Besitz von Cannabis, außer zu medizinischen Zwecken, immer noch illegal ist, legen viele Konsumenten großen Wert darauf, ihren Konsum so gut wie möglich zu vertuschen. Da die roten Augen aber leider eines der typischsten, auffälligsten und auch bekanntesten Indizien für den Konsum von Cannabis sind, gibt es dafür bewährte Gegenmittel. Unsere Tipps helfen auf jeden Fall und lassen sich darüber hinaus kinderleicht umsetzen.

Gerötete Augen? Diese zwei Tipps helfen garantiert!

Tipp 1: Kühlen!

Sind die Augen nach dem Konsum von Cannabis gerötet, kann man versuchen, sie zu kühlen. Dafür eignen sich kalten Kompressen, die auf die geschlossenen Augen aufgelegt werden oder eine gekühlte Augenmaske.

Der einfachste Trick, abgeschaut bei einem fleißigen Hausmeister aus Marokko: Man nehme sich ein paar Teelöffel und packt diese in die Tiefkühltruhe. Die Löffel kann man dann einfach für ein paar Sekunden auf die Augen halten und sieht direkt einen Effekt. Ein weiterer Vorteil: Durch die eiskalten Löffel wird man wieder munter, was dem Gesamteindruck garantiert nicht schaden kann!

Die Augen zu kühlen, verspricht zwar eine sehr schnelle Verbesserung (innerhalb weniger Sekunden!). Der Effekt hält allerdings nicht sehr lange an. Für ein kurzes Gespräch unter “normalen” Augen mit dem Kollegen oder den Eltern reicht es aber alle Male!

Rote Augen nach dem Konsum von Cannabis
Abb.2: Bei einem solchen Blick helfen auch gekühlte Löffel nicht mehr: Auch das Gesamtbild ist wichtig, um nicht direkt als Konsument aufzufallen.

Tipp 2: Augentropfen!

Hier sollte man an allererster Stelle sagen: Der regelmäßige Gebrauch von Augentropfen ist nicht empfehlenswert, vor allem, wenn es keinen echten medizinischen Grund gibt und man damit nur den Cannabiskonsum verschleiern möchte.

Dennoch sind Augentropfen das beste Mittel, um wieder klare, weiße Augen zu bekommen! Man sollte dabei unbedingt darauf achten, geeignete Augentropfen zu verwenden, da sonst das Problem noch verschlimmert werden kann. Nebenwirkungen wie Augeninfektionen, verschwommenes Sehen oder eine gereizte Netzhaut sind zwar selten, können aber bei regelmäßiger Nutzung über mehrere Wochen auftreten.

Die von Cannabiskonsumenten typischerweise verwendeten Tropfen enthalten normalerweise Wirkstoffe wie Tetrahydrozolin, die dazu beitragen, die Blutgefäße im Auge zu verengen und die Rötung zu reduzieren.

Augentropfen wirken innerhalb weniger Minuten und lassen die Augen für einige Stunden ganz “normal” wirken. Die erweiterten, für die Rötung der Augen verantwortlichen Gefäße ziehen sich durch den enthaltenen Wirkstoff zusammen.

Normales Auge, keine roten Augen
Abb.3: Die kleinen Adern fallen normalerweise kaum auf. Nach dem Konsum von Cannabis schwellen sie aber so stark an, dass das ganze Auge rot wirkt.

Cannabiskonsument? Ne, unausgeschlafener Allergiker mit Kontaktlinsen!

Natürlich gibt es auch eine ganze Reihe anderer Ursachen für gerötete Augen. Sich als Ausrede auf das “Chlor im Schwimmbad” zu berufen, klingt erstmal logisch. Heutzutage wird der Chlorgehalt in Schwimmbädern allerdings sehr gut überwacht. Wer aber regelmäßig mit geöffneten Augen taucht oder ins Wasser springt, tut seinen Augen, egal ob Cannabiskonsument oder nicht, jedenfalls keinen Gefallen!

Besonders Allergiker haben aber oft das Problem, dass ihre Augen rot und gereizt sind. Natürlich sollte man sich hier vorher informieren, welche Pflanzen gerade blühen, um nicht im Herbst unter einer angeblichen Birkenallergie zu leiden. Auch Träger von Kontaktlinsen haben manchmal gereizte Augen, wenn die Linse verrutscht oder nicht richtig gelagert wurde. Unausgeruhte Augen sehen ebenfalls oft rot und insgesamt etwas träge aus. Ob “ich bin nur sehr müde” eine gute Ausrede für gerötete Augen ist, sei an dieser Stelle aber dahingestellt!


Liebe Patient*innen und Ärzt*innen, verehrte Konsument*innen,

Schon gewusst? Über die Hälfte der Cannabispatienten sind weiblich! Und trotzdem haben wir in unseren Texten bewusst darauf verzichtet, gegenderte Formen zu verwenden, um die Lesbarkeit dieses Textes zu verbessern. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass wir keine Befürworter der Gleichstellung aller Geschlechter sind. Auch wenn wir nicht jedes Geschlecht einzeln ansprechen: Wir denken an alle!