Cannabis ist ein pflanzliches Mittel, welches in der Tiermedizin zur Linderung von Schmerzen und Angstzuständen eingesetzt wird. Es gibt auch einige vielversprechende Studien, die darauf hinweisen, dass Cannabis dabei helfen kann, Übelkeit und Erbrechen bei Tieren zu reduzieren und deren Appetit zu steigern. Darüber hinaus kann Cannabis auch bei der Behandlung von Entzündungen und Erkrankungen des Nervensystems eingesetzt werden.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es auch Risiken bei der Verwendung von Cannabis bei Tieren gibt. Zum Beispiel können Cannabisprodukte möglicherweise mit anderen Medikamenten interagieren, die das Tier einnimmt. Aus diesem Grund sollten diese Medikamente ausschließlich auf ärztliche Verschreibung hin und unter strenger ärztlicher Aufsicht verwendet werden.

Die Verwendung von Cannabis in der Tiermedizin ist zwar ein vielversprechender Ansatz, der jedoch weiter erforscht werden muss, um die Wirksamkeit und Sicherheit zu bestätigen. Es ist wichtig, dass Tierhalter nur in Absprache mit einem Tierarzt oder einem anderen medizinischen Fachpersonal Cannabisprodukte für ihre Tiere verwenden und sich über die potenziellen Risiken und Vorteile informieren.

Gesetzeslage

… in Deutschland

Auch wenn in Deutschland die Verschreibung von Cannabis als Medizin immer mehr zunimmt, gibt es in der Tiermedizin immer noch viel Nachholbedarf. Nach wie vor dürfen Tierärzte in Deutschland keine THC-haltigen Medikamente für Tiere verschreiben, obwohl es bereits Studien gibt, die einen positiven Einfluss auf viele Krankheitsbilder nahelegen.1

Viele Tierärzte empfehlen jedoch CBD-Produkte, da auch diese bereits in Studien einen leicht positiven Effekt hatten, der aber weiter untersucht werden muss.2 Hierzu muss jedoch gesagt werden, dass es in Deutschland keine als Arzneimittel zugelassenen Produkte für Tiere gibt – egal ob auf CBD- oder THC-Basis.

Dies bedeutet im Klartext, dass die von Tierärzten empfohlenen CBD-Produkte entweder im Reformhaus oder in einem speziellen Fachgeschäft gekauft werden müssen. Da der CBD-Markt in Deutschland immer noch eine Grauzone darstellt, sollte man sich als Kunde jedoch zuerst gut informieren, bevor man ein CBD-Produkt für sein Tier kauft und dies in jedem Fall mit dem Tierarzt absprechen.

Tiermediziner setzen Cannabis im Ausland schon oft ein
Abb.1: In Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen, in Kanada bereits weit verbreitet: Cannabistropfen für Tiere

… international

In anderen Ländern wird Cannabis jedoch schon regulär als Medizin für Tiere eingesetzt, darunter Kanada, Israel oder in einigen Bundesstaaten der USA.

In diesen Bundesstaaten gibt es jedoch oft strenge Vorschriften, die festlegen, wie Cannabis für den Einsatz bei Tieren verwendet werden darf. Zum Beispiel können Tierärzte in diesen Bundesstaaten Cannabis nur für bestimmte Tierarten oder in bestimmten Dosierungen verschreiben. Die Gesetze zur Verwendung von Cannabis bei Tieren unterscheiden sich von Land zu Land. Daher ist es wichtig, dass man sich bereits im Vorfeld über die geltenden Vorschriften informiert.

Neben THC wird auch CBD als mögliche Behandlung für Epilepsie bei Hunden, Katzen und anderen Tieren untersucht. CBD hat jedoch auch das Potenzial, bei vielen anderen gesundheitlichen Problemen bei Tieren, wie Angstzuständen und Schmerzen, hilfreich zu sein. Obwohl Studien zeigen, dass CBD bei Tieren sicher ist, sind die möglichen Nebenwirkungen von THC und CBD bei Tieren noch nicht vollständig erforscht. Es ist jedoch bereits sehr vielversprechend, dass viele Tierbesitzer und Tierärzte CBD als Alternative oder Ergänzung zu herkömmlichen Medikamenten für ihre Haustiere betrachten.

Ein Frettchen bekommt von seinem Besitzer Cannabis-Öl
Abb.2: Nicht nur für Hunde und Katzen einsetzbar: Ein Besitzer gibt seinem Frettchen CBD-Öl

Edibles für Tiere? Besser nicht!

In Sozialen Medien und auf einschlägigen Webseiten tauchen immer wieder Bilder und Videos von (Haus-)Tieren auf, die, meistens aus Versehen, THC-haltige Edibles gegessen haben. THC ist ein psychoaktives Cannabinoid, das hauptsächlich in der Cannabispflanze vorkommt und das zentrale Nervensystem stark beeinflusst. Für die Haustiere kann dies im schlimmsten Fall zu starken Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod führen, da die Dosis auf einen viel schwereren und meistens im Umgang mit Cannabis auch viel geübteren Menschen zugeschnitten ist.

Die Verwendung von medizinischem Cannabis in der Tiermedizin kann jedoch tatsächlich sehr hilfreich sein. Es gibt viele Studien, die zeigen, dass es bei der Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Angststörungen bei Tieren helfen kann. Es muss jedoch betont werden, dass es in vielen Ländern, einschließlich Deutschland, noch Gesetzesänderungen geben muss, um die Verwendung von Cannabis in der Tiermedizin zu erlauben.

Es gibt im Ausland veterinärmedizinische Produkte, die speziell für Haustiere entwickelt wurden, um sicherzustellen, dass sie die richtige Dosierung erhalten und um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass medizinisches Cannabis ein großes Potenzial hat, zukünftig auch in Deutschland in der Tiermedizin eingesetzt zu werden. Hierfür sind aber noch weitere Studien und Aufklärung notwendig, um das volle Potenzial von Cannabis ausschöpfen zu können.

Ein Hund schleckt an einem Eis
Abb.3: Schmeckt! Genau wie THC-haltige Edibles ist süßes Eis aber eindeutig nichts für Haustiere

Liebe Patient*innen und Ärzt*innen, verehrte Konsument*innen,

Schon gewusst? Über die Hälfte der Cannabispatienten sind weiblich! Und trotzdem haben wir in unseren Texten bewusst darauf verzichtet, gegenderte Formen zu verwenden, um die Lesbarkeit dieses Textes zu verbessern. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass wir keine Befürworter der Gleichstellung aller Geschlechter sind. Auch wenn wir nicht jedes Geschlecht einzeln ansprechen: Wir denken an alle!

Quellen:

1 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5109620/

2 https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fvets.2020.569565/full