Jugendlicher in der Entzugsklinik: Synthetische Cannabinoide konsumiert

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In Hamm wurde einem Jugendlichen eine Chemiedroge als harmlose Cannabis-Alternative verkauft. Der Fall von Liam S. (Name geändert), der seit dem Konsum im Alter von 16 Jahren nach eigenen Angaben süchtig nach der Chemikalie ist, macht die Gefahren synthetischer Cannabinoide deutlich. Diese Substanzen, die oft als „CBD-Liquids“ ausgegeben werden, sind günstig, hochgefährlich und leicht erhältlich. Liam wurde der Mix in einer E-Zigarette angeboten, angeblich als gesündere Alternative zu Cannabis. Tatsächlich handelte es sich um synthetische Cannabinoide – im Labor hergestellte Substanzen, die die Wirkung von Cannabis imitieren, aber ein deutlich höheres Gefahrenpotenzial haben. Die Liste der Nebenwirkungen ist lang und erschreckend: Übelkeit, Wahnvorstellungen und plötzliche Todesfälle sind bekannte Folgen. Eine Studie der Münchner Rechtsmedizin belegt, dass diese Chemiedrogen tatsächlich in vielen Fällen tödliche Folgen haben können. Entzug „wie die Hölle“ Nach mehr als zwei Jahren Abhängigkeit schildert Liam seinen Kampf gegen die Sucht. Er beschreibt Entzugserscheinungen, die mit denen von Heroin vergleichbar sind: starke Schmerzen, Schlaflosigkeit und Schweißausbrüche. Nach einer erfolglosen Selbstentgiftung und einem Rückfall ist der heute 18-Jährige seit November in Therapie. „Dieses Mal muss ich es durchziehen“, erklärt er entschlossen. Obwohl das Neue Psychoaktive Substanzen Gesetz 2016 bestimmte Verbindungen synthetischer Cannabinoide verbot, bleibt der Markt schwer kontrollierbar. Neue chemische Varianten umgehen die Gesetze, und häufig ist unklar, was genau konsumiert wurde. Das erschwert die Behandlung von Betroffenen. Zudem sind die Produkte oft falsch beschriftet und eben als „CBD-Produkte“ gekennzeichnet. Die Popularität von E-Zigaretten und die einfache Verfügbarkeit über soziale Netzwerke und Kioske tragen dazu bei, dass immer mehr Jugendliche synthetische Cannabinoide konsumieren. Die Liquids sind geruchlos und von regulären Produkten kaum zu unterscheiden. „Niemand bekommt mit, was wirklich drin ist“, warnt Liam. Wie auch bei den herkömmlichen E-Zigaretten setzen die Hersteller auch bei den illegalen Varianten gezielt auf Geschmacksstoffe wie Fruchtaromen, um die Droge zu verharmlosen und attraktiver zu machen. Es wird geschätzt, dass die Dunkelziffer der Konsumenten seit der genannten Studie deutlich gestiegen ist, insbesondere durch die Beliebtheit von E-Zigaretten. Trotz der zunehmenden Gefährdung gibt es bislang nur wenige gezielte Aufklärungskampagnen, die sich auf synthetische Cannabinoide konzentrieren.

Meinung aus der Redaktion: Spätestens auf der Mary Jane dieses Jahr konnte man schön beobachten, wie gefährlich diese ganzen synthetischen Cannabinoide sind! Neben den „illegalen“ Verkäufern gibt es aber mindestens in jeder Großstadt noch Kioske und teilweise sogar Headshops, die solchen Mist verkaufen! Wir würden es hier sehr begrüßen, wenn der Staat endlich mal konkrete Gesetze erlassen würde, die dem ein Ende setzen würden!

Quellenverzeichnis

  • 1 https://www.wa.de/hamm/entzug-hoelle-toedliches-fake-cbd-jugendlichen-notaufnahme-synthetische-cannabinoide-therapie-hamm-93455520.html

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Autor

Robert Meister

Robert Meister arbeitet seit dem Ende seines Studiums (Technikjournalismus/PR) dauerhaft in der Cannabisbranche. Mit nun über acht Jahren Arbeitserfahrungen als Redakteur, Übersetzer, Berater und Mitarbeiter in mehreren Grow-, Head-, und CBD-Shops kennt er die Branche wie seine (immer vollgekrümmelte...) Westentasche und ist vor allem für seine locker-lustige, aber immer kritische Schreibweise bekannt. Bitte beachten: Die Inhalte der Texte sind ausschließlich die persönliche Meinung des Autors und spiegeln nicht zwingend die Ansichten des gesamten Teams wider.

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