Cannabisgesetz: Nachbesserungsentwurf stößt auf Kritik

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Berlin – Der Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums zur Nachbesserung des Cannabisgesetzes stößt auf breite Kritik. Ärzte, Psychotherapeuten und Suchthilfevereinigungen bemängeln, dass der Entwurf die dringend notwendige Stärkung der Suchtprävention nicht ausreichend adressiert. Kritikpunkt Nummer eins ist der Mangel an Präventionsangeboten. Die Angebote der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) seien zwar wertvoll, spielten sich aber hauptsächlich online ab. Es fehle an lebensweltbezogener Prävention durch Fachkräfte in Schulen, Vereinen und anderen Einrichtungen. Zu kurzer Evaluationszeitraum Des Weiteren wird der Evaluationszeitraum der Auswirkungen der Cannabisfreigabe als zu kurz kritisiert. Mit vier Jahren sei es nicht möglich, schwerwiegende Effekte nachzuweisen. Die strengeren Vorgaben für Anbauvereinigungen könnten den Schwarzmarkt befeuern, indem es legal schwieriger und teurer wird, Cannabis zu beziehen. Dies würde die legale Cannabiswirtschaft gefährden. Die Kritiker fordern eine Ausweitung der Präventionsangebote, die vor Ort stattfinden und an die Lebenswelt der Menschen angepasst sein müssen. Peer Education sollte außerdem gestärkt werden. Zudem muss die Evaluation der Cannabisfreigabe über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden, um langfristige Auswirkungen zu erfassen. Schließlich sollten die Rahmenbedingungen für Anbauvereinigungen so gestaltet sein, dass diese legal konkurrenzfähig mit dem Schwarzmarkt sind.

Meinung aus der Redaktion: Vier Jahre sind auch unserer Meinung nach zu kurz, um zu gucken, ob die Cannabisfreigabe überhaupt sinnvoll war. Die Kritiker fordern deshalb eine langfristigere Untersuchung. Und als wäre das noch nicht genug, könnten die neuen Regeln für Anbauvereinigungen auch noch den Schwarzmarkt stärken. Da legales Cannabis komplizierter und teurer wird, könnte illegales Cannabis wieder attraktiver werden. Was muss also passieren? Ganz einfach: Mehr Prävention vor Ort, eine langfristige Untersuchung der Auswirkungen der Cannabisfreigabe und faire Bedingungen für Anbauvereinigungen. So einfach ist das! Mal sehen, ob die Bundesregierung auf die Kritik hört.

Quellenverzeichnis

  • 1 https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/151842/Fachverbaende-kritisieren-mangelnde-Praevention-in-zweitem-Cannabisgesetz

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Autor

Robert Meister

Robert Meister arbeitet seit dem Ende seines Studiums (Technikjournalismus/PR) dauerhaft in der Cannabisbranche. Mit nun über acht Jahren Arbeitserfahrungen als Redakteur, Übersetzer, Berater und Mitarbeiter in mehreren Grow-, Head-, und CBD-Shops kennt er die Branche wie seine (immer vollgekrümmelte...) Westentasche und ist vor allem für seine locker-lustige, aber immer kritische Schreibweise bekannt. Bitte beachten: Die Inhalte der Texte sind ausschließlich die persönliche Meinung des Autors und spiegeln nicht zwingend die Ansichten des gesamten Teams wider.

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