Kinderschutzbund bemängelt laschen Jugendschutz im Cannabisgesetz

jugendliche-kinderschutzbund-cannabis-greensby-news

Der Kinderschutzbund, ein Verband, der sich für die Rechte und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in Deutschland einsetzt, kritisiert, dass im neuen Cannabisgesetz der Kinder- und Jugendschutz nicht ernst genug genommen wird.

Konkret wird kritisiert, dass der Eigenanbau in der eigenen Wohnung und die Lagerung der selbst geernteten Cannabisblüten kaum überprüft werden kann. Der Verband sieht hier eine Gefahr, dass Kinder und Jugendliche in Kontakt mit Cannabis kommen könnten, wenn im Gesetz nicht konkrete Lagerorte, beispielsweise einen verschließbaren Tresor, vorgeschrieben werden.

Zitat: „Ein vorausgehender Schutz findet bis auf den appellatorischen Charakter der Normen nicht statt. Sanktionierungen des Verstoßes sind vermutlich erst im Nachgang möglich – wenn Minderjährige durch unzureichende Sicherheitsvorkehrungen in Kontakt gekommen sind und dies offenkundig wird. Dies stellt aber keinen wirksamen Kinder- und Jugendschutz dar.“

Der Verband fordert daher, dass Cannabis ausschließlich in Fachgeschäften, Zitat „und/oder Apotheken“ abgegeben werden soll.

Meinung aus der Redaktion: 99% der Überschriften zu diesem Thema lauten: „Kinderschutzbund will Cannabis nur in Apotheken verkaufen!!“, was einfach nicht stimmt und die Aussage völlig falsch rüberbringt. Vor allem geht es dem Verband darum, dass die Abgabe streng kontrolliert wird, nicht dass gar kein Cannabismarkt außerhalb der Apotheken entstehen soll. Tatsächlich haben ich mich aber auch schon gefragt, wie das genau überprüft werden soll. Kommt dann alle paar Monate ein Polizist vorbei und checkt, ob auch brav 25g rumliegen? Wohl kaum! Realistischer: Der Eigenanbau wird überhaupt nicht kontrolliert, maximal auf Verdacht. Insofern kann ich mir auch gut vorstellen, dass die ein oder andere Nachlässigkeit dazu führen könnte, dass Kinder und Jugendliche in einem Growerhaushalt Zugang zu Cannabis bekommen. Insofern stimmen wir dem Verband zu: Im Gesetz sollte konkret beschrieben sein, wie man sein Cannabis lagern muss, wenn Kinder oder Jugendliche im Haushalt leben!

Quellenverzeichnis

  • 1 https://kinderschutzbund.de/stellungnahme-des-kinderschutzbund-bundesverbandes-zum-entwurf-eines-gesetzes-zum-kontrollierten-umgang-mit-cannabis-und-zur-aenderung-weiterer-vorschriften/

Diesen Artikel teilen:

Autor

Robert Meister

Robert Meister arbeitet seit dem Ende seines Studiums (Technikjournalismus/PR) dauerhaft in der Cannabisbranche. Mit nun über acht Jahren Arbeitserfahrungen als Redakteur, Übersetzer, Berater und Mitarbeiter in mehreren Grow-, Head-, und CBD-Shops kennt er die Branche wie seine (immer vollgekrümmelte...) Westentasche und ist vor allem für seine locker-lustige, aber immer kritische Schreibweise bekannt.

Diesen Artikel teilen:

Erfahre mit unserem Newsletter mehr aus der Welt des Cannabis

Weitere Artikel

Kommentare (0)

Loading...

Du hast noch eine Frage, einen Tipp oder eine Anregung zum Artikel?

Wir freuen uns über jeden Kommentar!

Hier kannst Du einfach einen Kommentar hinterlassen!

Kostenlos anmelden

Beliebte Artikel

  • stecklinge-spielplatz-greensby-news

    28.05.2024

    Leipzig: Über 700 Cannabisstecklinge auf Spielplatz ausgesetzt

    Ein Spielplatz in Leipzig ist ganz nebenbei zur (illegalen!) Plantage geworden. Über 700 Cannabisstecklinge wurden dort, eingepflanzt in zwei Hochbeeten,…

    Zum Artikel
  • cannabis-strafen-greensby-news

    28.05.2024

    Kaum Strafen für Cannabis-Konsumenten

    Obwohl die Strafen für den Konsum von Cannabis in der Öffentlichkeit teils unrealistisch hoch sind, hört man bisher quasi nichts…

    Zum Artikel
  • social-club-juli-greensby-news

    27.05.2024

    Social Clubs brauchen noch bis mindestens Juli...

    Nach der Legalisierung von Cannabis ist es erlaubt, Pflanzen für den Privatgebrauch selbst anzubauen, solange man die Vorschriften einhält.

    Zum Artikel
  • bayern-lauterbach-kritisiert-greensby-news

    27.05.2024

    Lauterbach meckert über Bayern

    In Bayern blockiert die CSU die Freigabe von Cannabis. Gesundheitsminister Karl Lauterbach kritisiert öffentlich die Doppelmoral der CSU.

    Zum Artikel