“Haste Haschisch in den Taschen, haste immer was zu naschen” – In deutschen Konsumentenkreisen kennt vermutlich jeder dieses Sprichwort des Schweizer Mundartrock-Sängers Polo Hofer! Auch wenn Haschisch, genau wie Cannabis, immer noch verboten ist, zählt das Extrakt nach wie vor zu einer der am häufigsten konsumierten, illegalen Drogen. Zu kleinen, braunen Platten gepresst, lässt es sich einfach transportieren, ist einfach zu konsumieren und hat, im Gegensatz zu Cannabisblüten, einen deutlich weniger intensiven Geruch – weshalb Haschisch , auch Hasch genannt, relativ unauffällig geschmuggelt werden kann.

Was genau ist Haschisch eigentlich?

Der psychoaktive Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) ist im Harz von Cannabisblüten gelöst. Für die Herstellung von Haschisch wird das Harz , zum Beispiel mithilfe eines feinen Siebs, von den getrockneten Blüten getrennt. Das daraus gewonnene Harz-Pulver wird gesammelt und anschließend zu Platten oder Kugeln gepresst. Das Endprodukt ist Haschisch , welches zum Konsum klein gebröselt und meistens zusammen mit Tabak oder Tabakersatz geraucht wird. Mit einem geeigneten Vaporizer kann Hasch auch verdampft werden. Die THC-Konzentration von Haschisch beginnt bei circa 10%, gutes Haschisch kann auch 30-40% THC und mehr enthalten.

Haschischkultur im Ausland

Marokko

Marokko ist ein Land mit einer vielfältigen Cannabis-Kultur. Seit Jahrzehnten wird dort das meiste Haschisch für den Weltmarkt hergestellt. In den bergigen, schwer erreichbaren Regionen des Rif-Gebirges hat der Staat den Kampf gegen die illegalen Großplantagen quasi aufgegeben. Korruption in Form von Bestechung sowie die Armut der Landbevölkerung treiben den Anbau von Cannabispflanzen zur Haschisch-Gewinnung immer wieder voran. Die Bemühungen der örtlichen Polizei, illegale Anbauer wirklich nachhaltig zu bekämpfen, gehen, besonders in Städten wie Fes oder Ketama, eher gegen null. So wundert es nicht, dass Marokko nach wie vor der größte Exporteur für illegales Haschisch ist: In Schnellboote oder Container gepackt, kommt es entweder über die Straße von Gibraltar nach Spanien oder direkt über die großen Häfen in den Niederlanden und Belgien nach Europa und findet in Coffeeshops und auf dem Schwarzmarkt reißenden Absatz.

Produkte: Ketama Gold, Zero-Zero, Tbisla

Herstellungsmethode: trockene Siebung / “Dry Sift”

Dry Sift Haschisch
Abb.1: In Marokko hergestelltes, trocken gesiebtes Haschisch

Libanon

Die Aussicht auf “Roter Libanese” lässt Stoner-Herzen höher schlagen! Haschisch spielt in der libanesischen Kultur eine ähnlich wichtige Rolle wie in Marokko: Haschisch wird dort ebenfalls durch Trockensiebung hergestellt, wodurch sich meistens ein relativ helles Produkt ergibt. Der typische “Rote Libanese” entsteht durch die trockene, staubige Luft: Der Sandboden in der Bekaa-Ebene, der Hauptanbauregion im Libanon, ist Ocker-Rot. Dieser Staub setzt sich nach Sandstürmen oft auf den blühenden und harzigen Cannabisblüten ab und landet dadurch auch im Haschisch , was die typische Farbe erklärt. Ist das Haschisch allerdings zu “rot”, kann es auch mit Farbstoffen oder Henna weiter verunreinigt worden sein… Insofern lohnt es sich, ein paar Euro mehr zu bezahlen, um dafür auf der sicheren Seite zu sein!

Der Anbau im Libanon wird durch die Hisbollah zwar toleriert. Die offizielle Regierung versucht aber jedes Jahr aufs neue, möglichst viele Anbauflächen zu zerstören und die Haschbauern in normale Berufe zu drängen.

Produkte: Roter Libanese

Herstellungsmethode: trockene Siebung

Roter Sand in der Bekaa Ebene im Libanon
Der rote Sandboden der Bekaa-Ebene hat dem „roten Libanesen“ seinen Namen gegeben.

Indien

In Indien wird traditionell sehr viel handgeriebenes Haschisch (Charas) konsumiert. Berühmt-berüchtigt ist der Bhang Lassi, ein mit Haschsich angereichertes „Erfrischungsgetränk“. Obwohl per Gesetz als illegal eingestuft, ist Cannabis in Indien fester Bestandteil vieler kultureller Rituale. Besonders im Norden und Nordosten des Landes wird sehr viel Cannabis angebaut, auch wenn die Polizei dies immer mehr verhindern möchte.

Das Klima in den bergigen Regionen Nordindiens ist feucht, windig und wechselhaft. Die (teils wild wachsenden) Hanfpflanzen gedeihen auf den kargen Bergböden jedoch prächtig und benötigen weder Bewässerung noch zusätzliche Düngemittel. Teilweise sind ganze Täler mit Hanfpflanzen bewachsen, welche dann von mehreren Familien bewirtschaftet und verarbeitet werden. Bedingt durch das feuchte Klima haben Hanfbauern in Indien ein großes Problem: richtig trocken wird ihre Ernte nicht. Besonders große Mengen lassen sich deswegen nicht gut verarbeiten. Die Pflanzen werden also nicht wie bei der Ernte üblich abgeschnitten, sondern das Harz mit den Händen abgerieben. Anschließend wird das an den Händen haftende Harz dann abgestreift, gesammelt und verpackt. So entsteht das bekannte und potente „handgeriebene“ Charas.

Produkte: Charas, Manala Cream

Herstellungsmethode: Harz von frischen Pflanzen wird per Hand abgerieben.

Hanfpflanzen in einem Auto-Wrack
Abb.3: In Indien wachsen Hanfpflanzen teils ungestört am Straßenrand


Liebe Patient*innen und Ärzt*innen, verehrte Konsument*innen,

Schon gewusst? Über die Hälfte der Cannabispatienten sind weiblich! Und trotzdem haben wir in unseren Texten bewusst darauf verzichtet, gegenderte Formen zu verwenden, um die Lesbarkeit der Texte zu verbessern. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass wir keine Befürworter der Gleichstellung aller Geschlechter sind. Auch wenn wir nicht jedes Geschlecht einzeln ansprechen: Wir denken an alle!