Führerschein: Experten empfehlen neuen Cannabis-Grenzwert

Ein regelmäßiger Konsum von Cannabis kann zu einer längeren Nachweisbarkeit im Blut führen, selbst wenn die letzte Einnahme schon einige Zeit zurückliegt. Dies bedeutet, dass ein Drogentest positiv ausfallen kann, obwohl die Person nicht mehr unter dem Einfluss von THC steht. Angesichts dieser Situation wird die Frage aufgeworfen, ob der Grenzwert für den Cannabiskonsum im Straßenverkehr erhöht werden sollte. Experten wie ein Rechtsmediziner und ein Rechtsanwalt werden zu diesem Thema befragt.
Die aktuelle Vorgabe der Polizei besagt, dass Personen, die den Grenzwert von einem Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum überschreiten, bestraft werden. Doch die Feststellung, wann genau der Konsum stattgefunden hat, gestaltet sich schwierig. Einige Experten empfehlen daher eine Erhöhung des Grenzwertes, da sich THC im Körper anreichern kann, insbesondere bei regelmäßigem Konsum.
Die Nachweisbarkeit von THC im Körper hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Menge und Häufigkeit des Konsums. Beim regelmäßigen Konsum kann THC im Gewebe gespeichert werden, was dazu führt, dass es Tage dauern kann, bis der Grenzwert unterschritten wird. Diese Besonderheit wirft die Frage auf, ob es gerecht ist, Personen zu bestrafen, deren Blut noch THC aufweist, obwohl sie nicht mehr unter dem Einfluss stehen.
Ein Rechtsmediziner empfiehlt einen erhöhten Grenzwert von 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum, da dies seiner Ansicht nach kein hohes Verkehrsrisiko darstellt und Personen, die häufiger konsumieren, entlastet. Auch ein Fachanwalt für Verkehrsrecht spricht sich für eine Erhöhung des Grenzwertes aus, um eine gerechte Regelung zu gewährleisten.
In der Bundespolitik wird diskutiert, ob der derzeitige Grenzwert möglicherweise zu niedrig angesetzt ist. Eine Expertengruppe wurde beauftragt, einen konkreten Grenzwert festzulegen, der dann gesetzlich verankert werden soll, ähnlich wie die Promillegrenze beim Alkoholkonsum.
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